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Rheinbach. (rom) Positive Jahresbilanz, beunruhigende Zukunftsaussichten: So könnte man die Mitgliederversammlung des Rheinbacher Gewerbevereins zusammenfassen.
Die Versammlung im Glasmuseum beschäftigte sich auch mit dem geplanten Factory Outlet Center (FOC) in der Grafschaft, dessen Verwirklichung zwar nach Äußerungen des zuständigen rheinland-pfälzischen Landesministers zurzeit fraglich ist, das laut Bürgermeister Stefan Raetz aber nicht unterschätzt werden sollte: "Da gibt es viel Geld zu verdienen."
Der Investor des FOC in Saarbücken habe am Ende 100 Millionen in Fonds erwirtschaftet, so Raetz. Schließlich zahle der Investor in der Gemeinde Grafschaft nur einen Quadratmeterpreis von 18 bis 19 Euro für ein voll erschlossenes Gebiet. Selbst wenn sich dieser zunächst mit 10 000 Quadratmetern begnüge, habe er damit den Fuß in der Tür.
"Das ist erst der erste Bauabschnitt." Kaum seien die Boutiquen geöffnet, befürchtete Raetz, folgten Baumärkte und Tankstellen. Das Argument, dass der Tourismus durch das FOC gefördert würde, ließ er nicht gelten.
Wer wegen des günstigen Einkaufs käme, werde wohl kaum im Anschluss die Kultur genießen. Raetz forderte die rund 50 Anwesenden - der Gewerbeverein hat etwa 200 Mitglieder - zur Eigeninitiative auf: "Wir müssen uns fragen, was wir ändern müssen. Sind wir mit unserem Angebot richtig aufgestellt?"
Von dem, was der Gewerbeverein im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hat, zeigte sich Raetz aber beeindruckt. Der Dreiklang aus einem gut arbeitenden Einzelhandel, Aufenthaltsqualität und Wohlfühlfaktor funktioniere in Rheinbach einfach.
Die Stadt habe in Parkflächen investiert. Sie habe dafür das Land an der Bahnlinie bis hin zur den Ländereien der Baumschule Fischer aufgekauft. Gewerbevereinschef Paul Nelles forderte die Mitglieder zur Aktivität auf, nach dem Motto: "Unternehmer kommt von unternehmen." Präsenz zeigen im ganzen Jahr, laute die Devise.
Gerhard Brandt stellte die neue Internetseite des Vereins vor. Ansonsten müsse der Verein sparen, da im Jahr 2009 die Ausgaben von rund 183 000 Euro etwa 15 000 Euro über den Einnahmen lagen.
Die Gelder flossen in Veranstaltungen, die neue Weihnachtsbeleuchtung am Voigtstor, die Unterstützung des Weihnachtsmarktes, in neue Banner und Flyer. "Das waren Investitionen in die Zukunft", sagte Nelles.
Artikel vom 13.02.2010