Telekom-Kantine: Tütensoßen gehen nicht über die Theke

"In Zitronenthymian mariniertes Schweinekotelett" oder "Gebratenes Seelachsfilet in Mandelpanade". Da kann einem schon mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wäre da nicht der Gedanke an den Geldbeutel, denn das klingt so gar nicht nach einem günstigen Mittagsmenü in der Kantine nebenan.
Bild 1 von 2

In der Telekom-Kantine kommen Gemüse und Salat täglich frisch aus der Region. Den Gästen scheint es zu schmecken. Foto: Volker Lannert

Bonn. "In Zitronenthymian mariniertes Schweinekotelett" oder "Gebratenes Seelachsfilet in Mandelpanade". Da kann einem schon mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wäre da nicht der Gedanke an den Geldbeutel, denn das klingt so gar nicht nach einem günstigen Mittagsmenü in der Kantine nebenan.

Weit gefehlt. Küchenchef Markus Bauer tischt seinen Gästen im Restaurant der Telekom, das von L + D betrieben wird, ausgefallenes Essen zu Mensapreisen auf. In seiner Serie besucht der General-Anzeiger Kantinen, die für alle zugänglich sind. Dieses Mal ging es ins Office Port Gebäude der Telekom. Und da gibt es von vegetarischen Gerichten über Pasta und Salatbar weit mehr als so manch ein Kantinengänger gewöhnt ist.

Fertiggerichte oder Soßen aus der Tüte gehen hier nicht über die Theke. "Mir geht es um Abwechslung und darum, dass alles frisch ist", erklärt der Küchenchef. "Und es soll auch was für kleinere Geldbeutel dabei sein." Rund 950 Essen kommen täglich aus seiner Küche. "Da können wir natürlich nicht alles selbst machen", räumt der gebürtige Kölner ein.

Die Nudeln liefert der Händler, die Schnitzel sind vorpaniert. Ansonsten kommt dem 36-jährigen aber selten etwas Vorgefertigtes in die Küche. Das Gemüse beispielsweise holt er ausschließlich frisch von Händlern in der Region. 28 Mitarbeiter arbeiten in der Großraumküche, Krisen gibt es eher selten. "Wir sind hier alle wie eine große Familie", sagt Bauer.

In den Stoßzeiten von halb zwölf bis halb drei hat seine Crew einiges zu tun, meistens sind dann alle der 350 Plätze in der Kantine belegt. Ein gemütliches Mittagessen in ruhiger Atmosphäre ist da eher schwierig. "Es kann ziemlich stressig werden", sagt Koch Denis Orth. Der 25-Jährige brät teilweise 40 Stücke Fleisch auf einmal, nebenbei schneidet er das Gemüse und macht die Soßen.

Nach Fließbandarbeit schmeckt es hier aber trotzdem nicht. "Jedes Gericht wird probiert, bevor es rausgeht", so Bauer. Die Köche lassen sich bei ihrer Arbeit auch gerne mal auf die Kochlöffel schauen. Es gibt eine Theke, an der die Gäste bei der Zubereitung ihres Essens zugucken können. Zwar wechseln die Gerichte täglich, wem es aber besonders gut geschmeckt hat, der kann beim Chefkoch persönlich nachfragen.

Dann kommt das Gericht schneller als geplant wieder auf die Karte. "Ich habe selten eine bessere Kantine kennengelernt", findet Besucherin Kerstin Hempelmann. Zusammen mit ihrem Kollegen Thomas Adelseck isst sie fast immer hier. Für den Fall, dass doch mal ein Gericht daneben geht, gibt es einen "Kummerkasten". Da können die Gäste Kritik äußern. Und trotz Theke, Tabletts und großem Menschenandrang, das Essen kann bestimmt so manches Kantinentrauma heilen.

Die bereits erschienen Folgen der Serie finden Sie im Internet auf www.ga-bonn.de. Haben Sie einen Kantinen-Geheimtipp? Rufen Sie uns unter der Rufnummer (02 28)66 88 464 oder mailen Sie an bonn@ga-bonn.de. In der nächsten Folge stellen wir die Kantine der Agentur für Arbeit vor.

Artikel bookmarken bei... Facebook retweet Del.icio.us in Google Bookmarks speichern bei Mister Wong speichern bei Webnews speichern Yigg
Abo-Bestellung

Anzeigen

Anzeige

Anzeigen