Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Bonn. Nüchtern ragt das Gebäude des Bundeszentralamtes für Steuern am Rande von Beuel auf. Über einen schmucklosen Parkplatz gegenüber des Friedhofes führt der Weg in das Betriebsrestaurant der Behörde am Platanenweg.
Schon beim Betreten fällt auf, dass die "Kantine" mit ihrer warmen, freundlichen Atmosphäre nicht so recht zum funktionellen Charme des Bundesbaus passen will. Fröhliche Orangetöne dominieren die Wände, liebevolle Herbstdekorationen laden die Besucher zum Verweilen ein.
"Natürlich arbeiten viele unserer Gäste in den umliegenden Bundeseinrichtungen, mehr als die Hälfte kommt aber regelmäßig von außerhalb zu uns", sagt der Küchenchef und Betreiber Ralf Melchior. Seit etwa neun Jahren führt er das Restaurant gemeinsam mit fünf Angestellten.
In seinem Küchenkonzept verzichtet er auf Geschmacksverstärker und setzt so weit wie möglich auf regionale Waren. "Unsere Gerichte sind zu einem großen Anteil gutbürgerlich geprägt. Zudem orientiere ich mich bei der Gerichteauswahl an klassischen Saisonwaren", sagt er. Viele Gäste würden regelrecht auf die Spargelsaison warten, so Melchior.
Bei der Zusammenstellung seiner Menüs folgt er den Empfehlungen anerkannter Ernährungswissenschaftler. "Die Speisen sind angepasst an die Bedürfnisse von Menschen in sitzenden Berufen", erklärt Melchior.
Drei Gerichte bietet Melchior, der neben dem Restaurant auch noch einen Cateringservice betreibt, täglich an. Das sogenannte Tellergericht, ein Hauptgericht sowie ein vegetarisches Angebot.
Freitags findet sich auf der Karte jeweils ein zusätzliches Fischgericht als Tagestipp. Mittwochs wird das Restaurant zum Geheimtipp für Freunde der asiatischen Küche. "Es ist unser angestammter Wok-Tag", erklärt Melchior. Frisch vor den Gästen bereitet er dann seine asiatischen Kreationen wie marinierte Rinderfleischstreifen "Szechuan" mit Asiagemüse zu.
Hauchzart zergeht das würzig angebratene Fleisch auf der Zunge, ohne dass das Gemüse an Biss verliert. "Ich komme sehr regelmäßig hier hin. Ich wohne in der Nachbarschaft und bin immer sehr zufrieden", sagt Kantinenbesucher Ortwin Albrecht. Ganz auf die Bedürfnisse seiner Gäste richtet Melchior seine frühen Öffnungszeiten aus.
Während viele Kantinen erst ab 11 Uhr öffnen, werden auch Frühaufsteher bei Melchior glücklich. "Etwa 6.30 Uhr geht es bei uns mit dem Frühstück los. Neben nach Wunsch belegten Brötchen darf der frisch gepresste Orangensaft nicht fehlen."
Artikel vom 25.01.2011