Hausgemachte Pasta im Polizeipräsidium

Die neue GA-Serie: Wo man in Bonner Behörden und Betrieben lecker und preiswert essen kann. Heute: Die Kantine im Polizeipräsidium Ramersdorf.

Bonn. Lieblos frittiertes Gemüse, zähes Fleisch und Tütensuppen sind noch die harmloseren kulinarischen Verirrungen, mit denen Kantinenessen gerne in Verbindung gebracht wird. Dass diese Vorurteile nicht auf jede Betriebsküche zutreffen, beweist seit 2006 das Bistro Dahlienfeld, die Kantine im Polizeipräsidium Ramersdorf.

Zum Start einer neuen Serie über Kantinen, die für jedermann zugänglich sind, besuchte der General-Anzeiger das Reich von Rolf Köster. Der Chefkoch und Wirt hat seine gastronomischen Erfahrungen nicht in einer x-beliebigen Großküche, sondern in erstklassigen Häusern wie dem Restaurant Bareiss im Schwarzwald oder dem Hotel Bachmair am Tegernsee gesammelt. "Ich bin Koch mit Leib und Seele, kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen", sagt er.

Fertigsoßen, Geschmacksverstärker oder sogenannte Convenience-Produkte, also eingeschweißte, vorgekochte Aufwärmprodukte, sind in seiner Küche nicht zu finden. "Ich betreibe eine klassische Küche. Zum Konzept gehört einfach, dass alles frisch zubereitet wird."

Zwar habe er so mit seinen acht Angestellten wesentlich höhere Personalkosten als manch anderer Betrieb, gleiche dies aber durch den Gebrauch von ausschließlich frischen Produkten mit einem geringeren Wareneinsatz aus. "Ich kann einfach kein Gericht verkaufen, hinter dem ich nicht absolut stehe."

Für Köster ist es Ehrensache, dass seine Rohprodukte von regionalen Betrieben geliefert werden. Rund 400 Essen werden täglich über die Theke gereicht. Im nüchternen Gastraum rund um einen gemütlichen Lichthof sorgen moderne Kunstwerke für das zeitgemäß nüchterne Ambiente.

Trotz der weitläufigen Raumgestaltung kommt nirgends Bahnhofsatmosphäre auf.

Als wahrer Geheimtipp werden Kösters Nudelgerichte gehandelt. Butterzart zergeht die frische hausgemachte Pasta auf der Zunge. Mit Frühlingslauch und Pfifferlingen in heißer Butter geschwenkt, geraten die Nudeln zum Geschmackserlebnis.

Wem nach den herzhaften Köstlichkeiten noch nach einer Süßspeise ist, dem seien Desserts wie Mousse au Chocolat empfohlen. "Natürlich stellen wir auch unsere Nachtische frisch und ohne künstliche Zusatzstoffe her", sagt der Küchenchef.

Geradezu süchtig scheint Kösters Currywurst-Soße zu machen. Sie basiert auf einer Coca-Cola-Reduktion, abgeschmeckt mit Worcester-Sauce, Bratensoße und Ketchup. So oft wie möglich, manchmal dreimal die Woche, besucht Christian Schache, Mitarbeiter des benachbarten Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt das Bistro: "Ich finde auch alle anderen Gerichte gut, aber meist esse ich dann doch wieder eine Beilage mit Currysoße."

Eine besondere Auszeichnung erhielt das Bistro Dahlienfeld von der Lebensmittelüberwachung der Stadt Bonn. "Wir sind mit dem NRW-Smiley ausgezeichnet worden", erklärt Köster stolz. Das Siegel weist Küchen aus, die bei amtlichen Betriebskontrollen durch überdurchschnittlich gute Ergebnisse auffallen.

Informations-Häppchen Bistro Dahlienfeld im Polizeipräsidium, Königswinterer Straße 500

Tel.: (02 28) 41 00 797

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6 bis 16 Uhr; Mittagessen ohne Vorbestellung zwischen 12 und 14 Uhr.

Speisekarte: Täglich vier wechselnde Hauptgerichte zwischen 4 und 7 Euro, verschiedene Desserts sowie Spezialitäten (hausgemachte Currywurst). Die Wochenkarte kann auf Wunsch per E-Mail zugeschickt werden.
Anforderung an:
bistro.dahlienfeld@gmx.de



Sitzplätze: 180 im Innenbereich, 150 weitere auf den Terrassen.

Anreise: Wenige Meter Fußweg von der Haltestelle Ramersdorf, Stadtbahnlinie 66. Parkplätze sind im Umfeld des Polizeipräsidiums knapp, aber vorhanden.

Haben Sie einen Kantinen-Geheimtipp? Rufen Sie uns an unter der Telefonnummer (02 28) 66 88 464 oder mailen Sie uns an bonn@ga-bonn.de.

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