Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Das soll sich ändern. Deswegen geht die Polizei verstärkt gegen Raser vor. Und zwar das ganze Jahr über. "Geblitzt wird in Bonn und der Region, und zwar überall, nicht mehr nur an Unfallschwerpunkten. Wir müssen die Geschwindigkeit insgesamt senken, denn sie entscheidet über Leben und Tod", sagte Brohl-Sowa gestern.
Transparenz ist das Stichwort. Soll heißen, dass sich die Beamten gut sichtbar am Straßenrand postieren. Und dass Autofahrer im Internet auf www.polizei-bonn.de täglich nachlesen können, wo grade geblitzt wird. "Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Knöllchen zu verteilen. Wir wollen durch verstärkte Kontrollen die Opferzahlen senken", sagte Brohl-Sowa.
Am Mittwoch ging es los. Rund 60 Beamte um Jürgen Marten, Leiter der Direktion Verkehr, waren rechts- und linksrheinisch bis in den späten Abend unterwegs, um möglichst viele Raser zu stoppen. Die Zwischenbilanz nach knapp drei Stunden: 21 Autofahrer waren mehr als 20 Stundenkilometer über der erlaubten Geschwindigkeit und müssen mit einer Anzeige rechnen. 74 mussten ein Verwarngeld bezahlen, vier waren nicht angeschnallt. Und ein 30-Jähriger war nicht nur zu schnell, er hatte auch keinen Führerschein.
Die Beamten kontrollierten in Lüftelberg und an der Ludwig-Erhard-Allee, an der K 53 n und an der Koblenzer Straße. In Höhe der Albertus-Magnus-Straße wurde geblitzt, am Mehlemer Bahnhof stoppten Beamte die Verkehrssünder. Entwischen konnte keiner: Vorsorglich standen Kradfahrer in den Seitenstraßen bereit.
"Ich muss schnell mein Kind abholen", sagte eine Autofahrerin, die mit 88 Sachen statt mit Tempo 50 unterwegs war. Geholfen hat es nicht: 160 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und wahrscheinlich ist der Führerschein für vier Wochen weg. Glimpflicher kam eine Fahrerin davon, die 15 Stundenkilometer zu schnell fuhr. Sie muss zwar "nur" ein Verwarngeld zahlen, aber die möglichen Folgen ihres Handelns können gravierend sein.
Denn 15 Stundenkilometer entscheiden über Leben und Tod. "Bei Unfällen mit 65 km/h sterben acht von zehn Fußgängern. Bei Unfällen mit 50 km/h überleben acht von zehn", sagte Brohl-Sowa. Ein Beamter nannte ein weiteres Beispiel: Ein Kind läuft über die Straße. Ein Auto, das mit 30 km/h unterwegs ist, kommt kurz vor dem Kind zum Stehen. Zeigt der Tacho 42 km/h, fährt das Auto beim Zusammenstoß noch 35 Stundenkilometer. Bei Tempo 50 ist es noch gravierender: Da beginnt der Fahrer an der Stelle, an der er mit 30 stehen bleibt, erst zu bremsen.
Artikel vom 12.01.2012