"Ein Sechser im Waldlotto" beim Baumverkauf im Kottenforst

RÖTTGEN.  Das Regionalforstamt hat bei der Holzversteigerung 7650 Euro für einen Ahornstamm mit seltener Maserung erzielt.

Riesen vom Rhein: Das Holz aus dem Kottenforst steht bei Einkäufern hoch im Kurs. Foto: Holger Willcke

Einmal im Jahr treffen sich im Februar im Kottenforst Holzhändler aus ganz Deutschland, um wertvolle Einzelstämme zu kaufen. Das Holz aus der Region hat bundesweit einen sehr guten Ruf. Die sogenannte Wertholzsubmission Rheinland war in diesem Jahr geprägt durch eine gute Nachfrage und stabile Preise. 22 Bieter gaben Angebote für die 463 Einzelstämme von 17 verschiedenen Baumarten (Gesamtmenge 828 Festmeter) ab.

An der seit nunmehr 46 Jahren durchgeführten Holzversteigerung beteiligten sich vier Regionalforstämter des Landesbetriebes für Wald und Holz NRW, zwei Stadtforstämter sowie vier private Forstbetriebe. Seit Anfang Januar konnten die Bieter das Holz in Bonn begutachten. Es lag aneinander gereiht parallel zur Autobahn 565 in Höhe von Röttgen.

Die angebotene Menge war gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent gestiegen, da die Verkäufer aufgrund der positiven Konjunkturentwicklung auf eine höhere Nachfrage hoffen. "Die Bonner Holzversteigerung zeigt die Leistungsfähigkeit und Qualität heimischer Waldwirtschaft", sagte Stephan Schütte, als Fachbereichsleiter zuständig für den Holzverkauf im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft.

22 Bieter aus Furnierherstellung, Sägewerken und dem Holzhandel gaben ihre Gebote ab. Die Eiche war mit 410 Festmetern Hauptbaumart. Für Stämme von guter Qualität, die für hochwertiges Sägeholz oder Furniere verarbeitet werden, wurden im Durchschnitt rund 600 Euro pro Kubikmeter geboten.

Das Höchstgebot für einen besonders wertvollen Eichenstamm belief sich auf 1284 Euro pro Festmeter. "Diese Preise klingen sehr hoch, doch wenn man bedenkt, dass ein Eichenstamm circa 180 Jahre wachsen muss, um im Zuge einer naturnahen Waldwirtschaft genutzt zu werden, dann relativiert das den Preis erheblich", erklärte Schütte.

Die "Braut" der Versteigerung bildete ein Ahornstamm aus dem Forstamt Rhein-Sieg-Erft. Er erzielte den Spitzenwert von 7650 Euro. "Dieser Spitzenpreis wurde geboten, weil der Stamm eine ganz besondere Maserstruktur aufwies, die die Natur ganz selten so ausformt, quasi ein Sechser im Waldlotto", so Schütte.

Die Gebotseröffnung fand traditionell in der Waldgaststätte Waldau auf dem Bonner Venusberg statt. "Unsere Submission hat einen guten Ruf und viele Holzkäufer aus ganz Deutschland haben den Termin fest im Plan", betonte Schütte. Die wertvollen Stämme seien die Früchte einer nachhaltigen, auf Qualität ausgerichteten Waldwirtschaft. Sie liefere nicht nur Holz, sondern dient gleichzeitig den Zielen der Erholung und dem Schutz der Natur.

"Der Wald produziert Sauerstoff, säubert die Luft von Staub, filtert Wasser, schützt vor Bodenerosion, ist Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten und wichtiger Erholungsraum. Sein Meisterstück: Er liefert uns den umweltfreundlichsten Bau- und Werkstoff, den es gibt", sagte der Forstmann.

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft: Das Forstamt ist mit 28 Revieren und einer Waldfläche von rund 60.000 Hektar das zweitgrößte in NRW. Es ist im Zuge der Forstreform 2007 aus den ehemaligen Forstämtern Bonn, Eitorf und teilweise Bergisch Gladbach entstanden. Das Forstamt hat seinen Sitz in Eitorf und eine Nebenstelle in Röttgen. Im Einzugsbereich des Forstamtes leben 2,4 Millionen Menschen. Pro Einwohner stehen somit 250 Quadratmeter Wald zur Verfügung. 39 Prozent des Waldes sind Nadelbäume, 61 Prozent Laubbäume. 22 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 16.000 Hektar liegen im Zuständigkeitsbereich.

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