Königswinterer Straße

Investoren kommen mit ihren Projekten nicht voran

BEUEL.  Das Bild der Königswinterer Straße zwischen Siegburger Straße und Maarstraße könnte ein anderes sein, wenn man potenzielle Investoren nur ließe. "Man muss nur wollen", sagt Architekt Herbert Raab - und nicht nur der ist mit dem Zustand unzufrieden.
Bild 1 von 2

Noch stehen Autos auf dem Areal an der Königswinterer Straße/Ecke Maarstraße. Der Beueler Investor und Architekt Claus Kelber würde dort gerne bauen. Foto: Max Malsch

In der Tat herrscht Stillstand auf dem Gelände zwischen Güterbahnhof und Königswinterer Straße. Seit der Lidl-Konzern vor fast zwei Jahren seine Pläne dort fallen ließ und die Holzhandlung Bruno Berthold das Gelände geräumt hat, ist der Streifen ungenutzt. Auch gegenüber auf dem Marquart-Gelände (heute Evonik) herrscht gähnende Leere, seit der Konzern die alten Gebäude abreißen ließ. Wenn es nach Raab ginge, dann könnte diese Ecke anders aussehen: "Man muss nur wollen."

Der Architekt startet einen neuen Versuch. Nach seinen Vorstellungen könnte an der Kreuzung Königswinterer Straße/Siegburger Straße ein Kreisel entstehen. Dies ist zumindest politisch unbestritten. Einen Kreisverkehr an dieser Stelle fordert die Politik schon seit vielen Jahren, aber Evonik wollte seinen Grund dafür bisher nicht abgeben.

Weitere Links

Heikel wird es dann aber schon mit den weiteren Plänen Raabs, die er jetzt den Fraktionsspitzen vorstellte: Ein Discountermarkt könnte zur Königswinterer Straße hin gebaut, zur Siegburger Straße ein Elektromarkt angesiedelt werden. Die Gebäudeteile hat Raab so angeordnet, dass der Parkplatz nach innen verlagert wäre: Die Gebäude würden eine städtebauliche Kante bilden - so wie es schon einmal gewesen war.

Ortswechsel. Keine 500 Meter weiter stehen auf dem Areal an der Königswinterer Straße/Maarstraße Autos zum Verkauf. Das 5.349 Quadratmeter große Grundstück gehört dem Investorenehepaar Claus Kelber und Petra Baronsky. Seit etwa einem Jahr sind sie in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, der Gewerbe-Gemeinschaft Beuel (GGB) und der Politik. Und praktisch alle haben andere Vorstellungen. Die GGB würde dort gerne so etwas wie ein Freizeit- und Wellnesscenter sehen, Politik und Verwaltung verweisen auf das Zentrenkonzept, und danach ist an diesem Standort lediglich Gewerbe gestattet, kein Einzelhandel.

"Wir würden ja gerne etwas Gutes für Beuel tun, aber wir müssen das nicht tun. Wir können das Gelände auch so belassen wie es ist", sagt Baronsky. "Die Stadt und die Politiker hätten dort gerne eine ansprechende Architektur, aber sie wollen die Nutzung nicht genehmigen", meint Kelber. Einige Dinge kommen für die beiden selbst nicht in Frage, etwa ein Spielcasino oder ein Fahrradgeschäft, das gleich zwei Fahrradhändlern in Beuel Konkurrenz machen würde. Nun haben die beiden eine neue Idee. Vorgespräche seien bereits geführt worden.

Wenn sie grünes Licht von Politik und Verwaltung bekämen, könnte es sofort losgehen. "Das Gebiet rund um das Areal hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt", so Baronsky. "Politiker und Stadt wollen nicht wahrhaben, dass auch hier Menschen leben, die Bedürfnisse haben. "Ein Vollsortimenter fehlt in der Gegend", meinen die beiden, die auch die Diskussion um die Ansiedlung eines Supermarkts in Ramersdorf aufmerksam verfolgt haben. "Warum mit dem Projekt auf den Park & Ride-Platz in Ramersdorf ausweichen, was dort niemand in der Bevölkerung will?", so Kelber. "Unser Grundstück wäre ideal dafür."

Einen Interessenten hätte das Investoren-Paar auch schon, und selbst Aldi nebenan würde solch eine Ansiedlung begrüßen. "Das Argument der Zentrenschädlichkeit und die Einschränkungen im Bebauungsplan können doch kein Argument sein", so Kelber. Für den Aldi nebenan habe es doch auch eine Sondergenehmigung gegeben. Außerdem würde er dort eine ansprechende Architektur zusagen, mit einigen Bürogeschossen über dem Markt. Das Thema ist in der Politik nicht unumstritten. Aber einige Fraktionen zeigen Gesprächsbereitschaft. Das gilt auch für die Pläne Raabs auf dem Marquart-Gelände.

"Die Grundidee ist nicht verkehrt", meint SPD-Chef Dieter Schaper. "Es ist richtig, etwas für das Gelände zu entwickeln. Und wenn dort wirklich ein Elektronikmarkt hinkäme, wäre das gut für Beuel." Werner Rambow (Grüne) zeigte sich zurückhaltend: "Ich habe da Bauchschmerzen, man muss das sehr genau überlegen." CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Dederichs sieht wieder eine unselige Diskussion um Zentrenschädlichkeit aufkommen. Die Pläne hätten zwar Hand und Fuß, aber ihm wäre es lieber, sie wären konkreter. Von der Stadt Bonn war zu den Projekten keine Stellungnahme zu bekommen.

Artikel bookmarken bei... Facebook retweet Del.icio.us in Google Bookmarks speichern bei Mister Wong speichern bei Webnews speichern Yigg
Abo-Bestellung

Anzeigen

Anzeige

Anzeigen