Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Seit Oktober 2011 sammeln die Christen Sach- und Geldspenden für den Heimatort ihres Mitbruders Pedro Mbidi, der seit Jahren auch Leiter des afrikanischen Hauskreises in der Gemeinde ist. Nun sang der gemeindliche Chor zur Gottesdienstfeier mit afrikanischem Temperament für die Spendenaktion.
Draußen im Foyer lagen Teile der eingegangenen Brillen und Gehhilfen für die vielen Landminenopfer Angolas, Kleidung und Schuhe sowie Spielzeug, Schulmaterial, Radios und Kassettenrekorder für den Nachwuchs des Dorfes. Jetzt sind noch Geldspenden willkommen. Durch den 27 Jahre andauernden Bürgerkrieg seien auch in der Region um Kibokolo Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und viele andere Gebäude zerstört worden, erzählte Pedro Mbidi. Auch neun Jahre nach Kriegsende seien die Kriegsspuren in den Dörfern noch sichtbar, so dass die Jugend auszuwandern drohe.
"Mein Wunsch ist es, den Menschen zu helfen, damit sie weiterhin die Chance haben, dort zu leben und sich wirtschaftlich zu versorgen." Mbidi selbst wird im Juli vor Ort die Verteilung der Spenden mit Vertrauensleuten organisieren. Auch 4000 Euro Spenden seien schon eingegangen, berichtete Pastor Beiderbeck dankbar. Sie werden dringend für die Verschiffung der Waren, das Flugticket für Mbidi und für landwirtschaftliche Nutzgeräte und Saatgut, die vor Ort besorgt werden, benötigt, um die vom Bürgerkrieg gezeichnete Bevölkerung zur Arbeit zu ermutigen.
"Außerdem wollen wir Möglichkeiten prüfen, die Bildung der Kinder und Jugendlichen zu fördern", so der Pastor. Es sei in unserem Leben in Europa viel da, predigte Beiderbeck. Aber nicht nur für sich selbst etwas haben, sondern abgeben können, und zwar als "natürliche Auswirkung der Liebe", sei wichtig. Dabei gehe es nicht darum, Heldentaten zu vollbringen.
"Aus unserem Überfluss kann eine Hilfe für andere werden. Das tut gar nicht mal weh. Vielleicht entlastet es sogar. Mancher von uns atmet vielleicht auf, weil der Kleiderschrank leerer geworden ist, und in Angola werden sich die Menschen über gute gebrauchte Kleidung freuen", so Pastor Beiderbeck. Das sei Ausgleich, gelebte Gerechtigkeit.
Artikel vom 14.02.2012