Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Was ist der Grund? "Wir haben noch keine Baugenehmigung erteilt", bestätigte eine Sprecherin der Stadt Bonn auf Anfrage. Über die Gründe wollte sie nichts sagen. Auch die Investorengruppe gibt sich wortkarg.
Wie der General-Anzeiger erfahren hat, sind die eingereichten Antragsunterlagen noch nicht vollständig. So seien nach wie vor Fragen mit Grundstücksnachbarn nicht geklärt, Baulasten, etwa für Fluchtwege, noch nicht eingetragen. Und eine Teilbaugenehmigung wolle die Stadt nicht erteilen, bevor nicht alles geklärt ist. Insider meinen allerdings, dass es nur Formalia seien, die den Baubeginn verzögern, aber nicht gefährden.
Geklärt ist indes die Frage der Mehrkosten, wegen der Entsorgung des kontaminierten Bauschutts. In nicht-öffentlicher Sitzung des Wirtschaftsausschusses folgten die Politiker dem Vorschlag der Verwaltung, dass die Kosten in Höhe von rund 700.000 Euro geteilt werden - zwischen Stadt und Investoren.
Nach einem Bodengutachten hatte sich herausgestellt, dass es "Aufschüttungen" von "kontaminiertem Boden der Kategorie Z 2" gebe. Damit definiert die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) Bauschutt, der "eingeschränkt" für den "Einbau mit definierten technischen Sicherheitsmaßnahmen" geeignet ist.
Nichts Gefährliches, aber die Entsorgung kostet halt mehr. Die Stadt hatte beim Verkauf ihres Grundstücks zwischen Beueler Rathaus, Sankt-Augustiner-Straße und Konrad-Adenauer-Platz nichts davon gewusst, und laut Vertrag sogar erhöhte Entsorgungskosten ausgeschlossen. Dennoch wollte die Stadt der Investorengruppe entgegenkommen.
Unterdessen beschäftigt die Politik noch eine andere Frage: In einem Antrag von CDU, SPD, FDP und des Bürger Bunds wird die Verwaltung gebeten zu prüfen, wo während der Bauarbeiten der Tiefgarage und des Dreiecks am Konrad-Adenauer-Platz für die Besucher des Beueler Rathauses, die städtischen Mitarbeiter, die Stellplätze angemietet haben, die Gäste und Betreiber des Restaurants sowie die Besucher und Kunden des Beueler Rathauses und des Zentrums provisorische Parkplätze vorgesehen sind und zeitnah eingerichtet werden können. Ein Alternativangebot an Parkmöglichkeiten fehle, heißt es in dem Antrag, der am 25. Januar beraten werden soll.
Eine Suche nach Parkplätzen werde in Zukunft wohl "nur mit großem Zeitaufwand verbunden sein", befürchten die Antragsteller.
Artikel vom 13.01.2012