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Hochsommer in Bonn
Wie die Sommerhitze den Bonnern zu schaffen macht
Von Maximilian Mühlens
BONN. Das Quecksilber der Thermometer steigt und steigt - am Sonntag vielleicht sogar bis auf 35 Grad Celsius. Auch die Bonner schwitzen bei den hochsommerlichen Temperaturen, nehmen aber die Hitze mit Gelassenheit. Wir haben uns mal ungeschaut.
Die meisten Bonner erfrischen sich mit Eis oder gekühlten Softdrinks, einige wenige sonnen sich auf der Hofgartenwiese, andere gehen ihrem Sport nach - so wie Jutta Detken. Schwungvoll lässt sie ihre Hand nach hinten gleiten, holt aus und wirft gefühlvoll ihre Boulekugel in Richtung "Schweinchen".
Mit Freunden des Künstlerforums boult sie auf dem Sandplatz am Alten Zoll. Andere Bonner schauen ihnen zu - sitzend im Schatten benachbarter Bäume. "Hier kann man es aushalten. Wir haben uns extra in den Schatten der Bühne gestellt. Von hier aus werfen wir, deshalb macht uns die Hitze nicht so viel aus", erklärt Detken.
Genauso sieht es auch Andreas Heymann, der mitten auf der Hofgartenwiese seinen sechs Quadratmeter großen Matratzendrachen steigen lässt. Sein Blick ist fest auf den Drachen fixiert, immer wieder rettet er das Fluggerät vor einem Absturz. "Das ist nicht anstrengend, auch nicht bei der Hitze hier auf der Hofgartenwiese. Dies ist nur mein kleiner Drache, habe noch viel größere - bei denen wäre es ein wenig anstrengender", sagt er lachend.
Während Heymann mitten auf der Hofgartenwiese steht und die gute Thermik für seinen Drachen nutzt, sitzen viele Studenten im Schatten der Hofgarten-Bäume und genießen ihre vorlesungsfreie Zeit.
Nur einen Steinwurf weiter am Kaiserplatz ist Luigi von der "Gelateria am Kaiserplatz" ziemlich im Stress. Die Schlange vor seinem Straßenverkauf ist lang. Eis hat zurzeit Hochkonjunktur. Wie viele Liter der Süßspeise er täglich verkauft, kann er nicht sagen. "Es sind viel zu viele, um die zu zählen", berichtet er. Eine Lieblingssorte haben die Bonner seiner Meinung nach nicht. "Jede Sorte wird gleich oft bestellt, besonders gerne aber unsere Spezialität Sahne-Gries-Eis", erzählt Luigi.
Die Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs fürchten die sommerlichen Temperaturen - verwandeln sie Busse und Bahnen meist in große Saunen. "In den Fahrzeugen, die mit Klimaanlagen ausgestattet sind, werden sie ab 26 Grad eingeschaltet", erklärt Veronika John von den Stadtwerken Bonn (SWB). Die angekündigte Wochenendhitze werde aber für "keine größeren Schwierigkeiten" an den Fahrzeugen führen.
"Präventiv reinigen wir die Kühler der Busse öfter, so dass die Durchlüftung der Kühler gesichert ist", so die stellvertretende Pressesprecherin der SWB. Da die Bonner bei den tropischen Temperaturen öfter duschen und auch ihre Gärten intensiver bewässern, steige auch der Wasserbedarf. An besonders heißen Tagen würde der Bedarf an Wasser um 20 Prozent steigen. Abkühlung bei den hohen Temperaturen verspricht der SWB-Wasserwagen, der am Samstag von 12 bis 16 Uhr auf dem Münsterplatz und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Melbbad steht.
An heißen Tagen besonders viel trinken:
Das Gesundheitsamt der Stadt Bonn rät bei den hohen Temperaturen, ausreichend zu trinken. Am Tag verliert ein Erwachsener etwa anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit, an heißen Tagen kann sich der Verlust sogar um das Zwei- oder Dreifache steigern. Ideale Durstlöscher seien Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. "Diese kalorienarme Getränke ersetzen verloren gegangene Flüssigkeit und ausgeschwitzte Salze", heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamtes. Eiskalte Getränke seien nicht zu empfehlen, da sie zu vermehrtem Schwitzen führen und den Magen unnötig belasten. Auf Alkohol und ausgiebige Sonnenbäder soll bei tropischer Wärme weitgehend verzichtet werden, raten die Gesundheitsexperten der Stadt Bonn.
Artikel vom 16.08.2012
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