Kommentar: WCCB: Eine Frage der Einstellung | GA-Bonn

Kommentar

WCCB: Eine Frage der Einstellung

Die Aufregung hinter den Kulissen ist groß nach der Einstellung des Strafverfahrens gegen den Ex- Stadtberater in Sachen WCCB, Michael Thielbeer.

Der Mann, dessen Infos und Expertisen über den WCCB-Investor SMI Hyundai teilweise von Flyern des Investors selbst stammten und dafür sorgte, dass ein alles andere als potentes Unternehmen den Zuschlag für Bonns Zukunftsprojekt erhielt, kommt gegen Zahlung von 150.000 Euro straffrei davon! Da fragen sich viele: Warum?

Das Gericht hat eine Begründung geliefert, die Beobachter wenig überzeugt: Thielbeers nachgewiesene Schuld wiege nicht so schwer, er sei bisher unbestraft, ihn erwarte, wenn überhaupt, nur eine geringe Strafe. Und im Übrigen sei ihm der weitere Verbleib auf der Anlagebank nicht zuzumuten, da ihn die noch zu verhandelnden Vorwürfe nicht beträfen.

Letzteres dürfte wie Hohn in den Ohren des bisher völlig unbeachteten vierten Angeklagten, Wolfditrich Thilo, klingen. Der spätere Rechtsberater Kims sitzt seit 51 Tagen vor Gericht, obwohl es um die ihm vorgeworfenen Taten noch gar nicht ging.

Warum also diese Einstellung? Und warum stimmte die Staatsanwaltschaft zu? Welches Kalkül steckt dahinter? Nur die Hoffnung auf eine Bewegung im Verfahren? Eine Antwort wird es wohl nicht geben.

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