Flohmarkt in der Rheinaue

Viele Händler fehlten beim Saisonstart

BONN.  Käufer und Verkäufer haben unterschiedlich auf das neue Buchungssytem für den Rheinauen-Flohmarkt reagiert. Im Vergleich zum Chaos, das das neue Buchungssystem in der vergangenen Woche verursacht hatte, verlief am Samstag beim dem ersten Rheinauen-Flohmarkt der Saison alles ruhig.
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Der Ansturm auf die Stände blieb aus: Dieser Händler verkauft alte Landkarten.
											Foto: Volker Lannert

Der Ansturm auf die Stände blieb aus: Dieser Händler verkauft alte Landkarten. Foto: Volker Lannert

"Ich bin mit leichten Bauchschmerzen heute früh hierher gefahren, aber alles war wirklich entspannt", sagte Anja Ziegenspeck vom Veranstalter "Melan macht Märkte". Weil in der Vergangenheit die Händler schon Tage vor dem Flohmarkt ihre Wunschplätze in der Rheinaue markiert hatten und nicht selten Streitereien die Folge waren, soll die Anmeldung in dieser Saison erstmals online erfolgen.

Weil der Veranstalter die Händler aber vorab nicht über das neue Anmeldesystem informieren konnte und Chaos befürchtete, entschied Melan sich beim ersten Markt in diesem Jahr für eine Anmeldung an Ort und Stelle. Offensichtlich schreckte das neue Anmeldesystem einige Trödler ab: Die Zahl der Händler fiel am Samstag relativ gering aus.

"Ich habe immer noch so eine Wut im Bauch", sagt Ruth Erasmy. Vier Stunden hat die 76-Jährige am vergangenen Montag am Bürocontainer angestanden, um sich anzumelden. Ihren angestammten Platz hat sie trotzdem nicht bekommen.

"Seit 30 Jahren stehen wir normalerweise dort drüben in einer Reihe; immer die gleichen Verkäufer mit hochwertigen Antiquitäten." Einige ihrer Kollegen seien wegen des Anmeldechaos erst gar nicht gekommen. Die leidenschaftliche Sammlerin ist enttäuscht.

Ein paar Meter weiter verkauft Julia Remmert Kerzenständern, Bücher und Klamotten. Die 29-Jährige ist das erste Mal auf dem Rheinauen-Flohmarkt und hat direkt einen der begehrten Standflächen vor dem Parkrestaurant ergattert. "Total zufrieden" ist sie mit ihrem Platz, auch wenn sie zwei Stunden anstehen musste, um ihn zu buchen.

Der Pächter des Parkrestaurants und Flohmarkt-Veranstalter Dirk Dötsch räumte am Samstag ein, dass die Veranstalter vom Ansturm auf die Vor-Ort-Anmeldung überrascht worden seien. Dennoch glaubt er, dass das neue Anmeldesystem viele Vorteile bringt.

"Normalerweise fangen die Händler schon donnerstags an ihre Wunschplätze mit Pfählen, Absperrbändern und Farbe zu markieren oder campen gleich an Ort und Stelle." Das sei eine Zumutung für andere Parkbesucher. "Dank des neuen Systems war hier bis Freitag 12 Uhr alles idyllisch.

"Für die geringe Standzahl machte Dötsch vor allem das schlechte Wetter verantwortlich. Allerdings hätten sich wohl auch einige Händler von dem neuen System abschrecken lassen. Viele hätten fälschlicherweise angenommen, es sei Pflicht, sich zu registrieren.

 Dabei stehen 1,6 Kilometer Standfläche all jenen zu Verfügung, die sich spontan entscheiden zu kommen. Auch unter den Händler begrüßten viele das neue Anmeldesystem. Vor allem, dass sie nun für die ganze Saison buchen könnten, sei eine große Erleichterung, sagten Verena und Anri Grigorov, die seit fünf Jahren in der Rheinaue verkaufen. Bis einschließlich Oktober findet der Flohmarkt an jedem dritten Samstag im Monat statt - das nächste Mal am 19. Mai.

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