Aus für rote Plaketten: Umweltzone in Bonn wird zum 1. Juli fast verdoppelt | GA-Bonn

Aus für rote Plaketten

Umweltzone in Bonn wird zum 1. Juli fast verdoppelt

BONN.  Der 1. Juli bedeutet für so manchen Autofahrer, Abschied zu nehmen von seiner alten Karosse. Warum? In die Bonner Umweltzone dürfen ab dann nur noch Fahrzeuge mit grüner und mit gelber Plakette fahren. Autos mit roter Plakette müssen draußen bleiben.

Foto: General-Anzeiger (Grafik)

In Bonn sind das derzeit noch mehr als 3.000 Wagen. Außerdem wird die Umweltzone von der Fläche her fast verdoppelt, weil Nordstadt, Weststadt, Bonn-Castell und Gronau hinzukommen.

Für Härtefälle gibt es allerdings landeseinheitliche Ausnahmeregelungen: Versorgungs- und Pflegedienste, Omnibusunternehmen und Reparaturfirmen können genauso wie Schwerbehinderte und Pendler ohne ÖPNV-Möglichkeiten bei der Stadt Bonn Ausnahmegenehmigungen beantragen. Fragen zu diesen Themen beantwortet Detlev Kühn unter der Rufnummer 0228/772733. Bewohner der erweiterten Umweltzone und ansässiges Gewerbe können auf Antrag sechs Monate länger mit der roten Plakette fahren.

Grund für die Verschärfung der Umweltrichtlinien ist die Überschreitung der von der EU festgelegte Stickstoffdioxid-Grenzwerte. Messungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) haben im vergangenen Jahr in Bonn ergeben, dass sich die Belastung der Luft nur geringfügig verbessert hat. Und das, obwohl 2010 die Umweltzone eingerichtet und ein Lkw-Durchfahrtverbot für die Reuterstraße erlassen worden war.

Viele Umweltexperten sind der Meinung, dass der Maßnahmenkatalog des Gesetzgebers nicht ausreicht, um in absehbarer Zeit deutliche Verbesserungen der Luftqualität zu erreichen. Ähnlich sieht das auch Bonns Umweltdezernent Rüdiger Wagner: "Da die Schadstoff-Grenzwerte der EU für Fahrzeuge immer noch den EU-Luftqualitätsvorgaben hinterherhinken, werden wir nur dann zum Ziel kommen, wenn wir den motorisierten Verkehr in Bonn insgesamt stärker zurückführen."

Die Umweltzone sei nur ein Teil des Luftreinhalteplans, der ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorsehe. Das Umsteigen von vier auf zwei Räder sei ein wichtiger Lösungsansatz. "Unsere Mobilitätskultur muss sich ändern: Umsteigen auf Bus und Bahn, Fahrrad und Füße stärker nutzen - muss die Devise heißen", sagte Wagner.

Die nächste Verschärfung für Autofahrer laut Luftreinhalteplan der Stadt: Ab 1. Juli 2014 dürfen nur Fahrzeuge mit grüner Plakette in der Umweltzone fahren.

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