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Thalia steht offenbar zum Verkauf
Von Delphine Sachsenröder
BONN. Mitte Januar hat der Hagener Douglas-Konzern für seine Buchhandlungskette Thalia noch eine Schrumpfkur angekündigt. Jetzt steht offenbar die gesamte Sparte zum Verkauf. Betroffen sind Bouvier und die Thalia-Filiale im Bonner Metropol. Und auch eine Trennung von Juwelier Christ sei möglich.
Früher Kino, heute Buchhandlung: Thalia im Bonner Metropol. Foto: Barbara Frommann
Bereits im Januar hatte die börsennotierte Gruppe in einer Pflichtmitteilung bestätigt, mit verschiedenen Finanzinvestoren zu verhandeln. Die Verkaufspläne sind nun offenbar konkreter geworden. Nach Angaben des "Manager-Magazins" steht Douglas unter anderem mit der US-Beteiligungsgesellschaft Najafi in konkreten Verhandlungen um Thalia. Die "Financial Times Deutschland" meldet außerdem, auch die zum Douglas-Konzern gehörende Juwelierkette Christ stehe zum Verkauf.
Douglas wollte am Mittwoch auf Anfrage die Verkaufsspekulationen nicht kommentieren. "Derzeit gibt es in der gesamten Buchbranche regelmäßig Interessenbekundungen von dritter Seite, hieß es lediglich in einer Mitteilung der Hagener Firmengruppe. Thalia arbeite "mit Hochdruck an einem Restrukturierungsprogramm, um nachhaltig wieder die Kapitalkosten zu verdienen".
Sollte der Douglas-Konzern seine angeblichen Verkaufspläne umsetzen, ist auch der Einzelhandel in der Region erheblich betroffen. Mit der vor rund einem Jahr eröffneten Großbuchhandlung im ehemaligen Kino Metropol und Bouvier ist Thalia in der Bonner Innenstadt gleich mit zwei Großbuchhandlungen vertreten. Zusammen beschäftigen die beiden Filialen mehr als 100 Mitarbeiter. Konkrete Pläne zur Verkleinerung der Läden in Bonn gebe es derzeit nicht, sagte Thalia-Sprecherin Mirjam Berle am Mittwoch.
In Köln will Thalia seine Filiale am Neumarkt schließen. Das Traditionshaus, das vor der Übernahme durch Douglas unter dem Namen Gonski zu der früheren Bonner Bouvier-Gruppe gehörte, soll im kommenden Januar den Betrieb einstellen. Die Verkaufsfläche habe sich als zu groß und zu verwinkelt erwiesen, so die Begründung des Konzerns.
Im Januar hatte Douglas deutliche Umsatzverluste in den Thalia-Buchhandlungen bekanntgegeben und ein Restrukturierungsprogramm angekündigt. Auch Stellenabbau in den Buchhandlungen wurde damals nicht ausgeschlossen.
Umbaupläne hegt Douglas auch in eigener Sache. Die Eigentümerfamilien Kreke und Eklöh - sie halten zusammen rund 30 Prozent an Douglas - wollen den Konzern mit Hilfe von Investoren von der Börse nehmen. Nach Angaben aus Branchenkreisen wollen die Firmengründer damit verhindern, dass der Drogerieunternehmer Erwin Müller seinen Minderheitsanteil an Douglas weiter aufstockt und damit mehr Einfluss auf das Unternehmen gewinnt.
Die Douglas-Gruppe
Die Douglas Handelsgruppe gehört zu den Branchenführern in Deutschland. Neben der Buchsparte (unter anderem Thalia und Bouvier) verkauft Douglas Parfümerieartikel, Bekleidung (AppelrathCüpper), Schmuck (Christ) und Süßwaren (Hussel) im In- und Ausland.
Douglas beschäftigt insgesamt rund 24.000 Mitarbeiter. Der Konzernumsatz blieb im Geschäftsjahr 2010/2011 (Oktober bis September) mit einem Anstieg um 1,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro unter dem Wachstumsziel von zwei bis vier Prozent. Das Ergebnis vor Steuern betrug 138 Millionen Euro.
Artikel vom 16.02.2012
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