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Stadthaus: Sanierung möglich, aber wie?
Von Thomas Kliemann
Bei der Expertenrunde der "Werkstatt Baukultur" im Stadthaus-Foyer sickerte am Mittwochabend durch, was der GA recherchiert hatte und am Donnerstag exklusiv berichtete: Ein Votum gegen Abriss und für die Sanierung des Stadthauses.
Bonner Architektur: Das Stadthaus zwischen den Türmen des Münsters. Foto: Volker Lannert
Bonn. Bei der Expertenrunde der "Werkstatt Baukultur" im Stadthaus-Foyer sickerte am Mittwochabend durch, was der GA recherchiert hatte und am Donnerstag exklusiv berichtete: Ein Votum gegen Abriss und für die Sanierung des Stadthauses.
Die Stadthaus-Diskussion blieb gleichwohl heiß, sie verlagerte sich nun aber hin zur Frage, wie weit der Denkmalbegriff anwendbar ist und wie behutsam eine dem Charakter des 70er-Jahre- Baus angemessene Sanierung ablaufen müsste.
Die "Werkstatt Baukultur", eine studentische Initiative von jungen Kunsthistorikern der Uni Bonn, die aus der "Initiative Beethovenhalle" hervorgegangen ist, hatte interessante Gäste ins Foyer des Stadthauses eingeladen. Hans Daniels, der als Ratsmitglied den Entscheidungsprozess begleitete und 1978 als OB das Stadthaus einweihte, erinnerte daran, dass damals die Architektur selbst unumstritten war, vielmehr deren Lage in der Stadt für Proteste sorgte.
Deutlicher wurde der Essener Historiker Till Schraven, der den Bau als "zweitgrößten, teuersten und bestgehassten" Rathausbau seiner Zeit bezeichnete. Er wäre für den Abriss. Katrin Bisping vom Städtischen Gebäudemanagement outete sich (wie Stadtkonservator Franz Josef Talbot im Publikum) als Fan des Stadthauses, sieht aber auch große Defizite.
Klimatisierung und Flexibilität seien problematisch, die vorgehängten Glasscheiben der Fassade und die Betonbrüstungen in der Parkebene sehr wartungsintensiv. Eine Sanierung kann sie sich gleichwohl ebenso vorstellen, wie Sieghard Rieger und Markus Kill von Heinle Wischer + Partner Architekten.
Rieger, der als junger Oberbauleiter die Entstehung des Stadthauses begleitete und noch immer emotional damit verhaftet ist, hält eine sinnvolle Sanierung für realistisch. Und sein Kollege Kill, der bei Baubeginn Kindergartenkind war, findet es spannend, mit 70er-Jahre-Architektur umzugehen. Diese architekturhistorische Diskussion will die "Werkstatt" eröffnen - und nicht nur über finanzielle Sachzwänge sprechen.
Die Reihe geht weiter: Am 2. August ist ein Lokaltermin im Juridicum geplant, am 6. September wird das Bonner Loch ausgelotet, ins Viktoriabad geht es am 18. Oktober, das Opernhaus ist am 15. November am Zug.
Artikel vom 01.07.2011
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