Europaweite Ausschreibung

Sondersitzung zur Zukunft des Bahnhofvorplatzes

BONN.  Um die Zukunft des gesamten Bahnhofsvorplatzes zwischen Busbahnhof und Rabinstraße ging es am Donnerstag in der Sondersitzung von Planungsausschuss und Bezirksvertretung Bonn. Lediglich die SPD und die Linke stimmten gegen die europaweite Ausschreibung des sogenannten Nordfelds zwischen Bonner Loch und Thomasstraße sowie des Areals der früheren Rheinuferbahn an der Rabinstraße.

Während es den Linken grundsätzlich um das Projekt ging (Holger Schmidt: "Dort stehen genug Kisten."), kritisierte die SPD vor allem das Vorgehen der schwarz-grünen Mehrheit. Die SPD-Bezirksverordneten lehnten eine Abstimmung ab, weil sie die kurzfristige Einberufung des Gremiums für unzulässig hielten.

Sowohl Georg Fenninger, Wilfried Reischl (beide CDU) als auch Hartwig Lohmeyer (Grüne) argumentierten, dass das Verfahren jetzt endlich auf den Weg gebracht werden solle, was Elmar Conrads-Hassel für die FDP-Bezirksfraktion ausdrücklich begrüßte. Helmut Redeker (SPD) warf der Koalition vor, weder alle Ratsfraktionen noch die Bürger an dem Verfahren zu beteiligen und die Ausschreibung durchzupeitschen.

Besonders störte ihn, dass die Mehrheit es ablehnte, dem Rat den Ausschreibungstext vorzulegen, so wie es die SPD beantragt hatte. Joachim Decker (Bürger Bund) bestand ebenfalls darauf, den Wortlaut für die Ausschreibung zu sehen, "weil ein vorschnell formulierter Text zu keinem guten Ergebnis führen kann". Doch die Mehrheit lehnte dies mit der Begründung ab, dadurch würde sich das Verfahren unnötig verzögern.

Indes griff die Koalition noch die Anregung des Arbeitskreises Historisches Stadtgefüge Bonn auf, den Frontabstand zum Bahnhof über die gesamte Länge des Planungsareals auf 25 Meter festzuschreiben. Auch der Antrag der SPD nach einem zweistufigen Ausschreibungsverfahren wurde angenommen.

Mehrheitlich gegen SPD und Linke beschlossen wurde auch der Antrag von CDU/Grüne, der Investor möge das Provisorium GABI und die provisorische Rolltreppe auf eigene Kosten bauen. Förmlich beschlossen wurde außerdem die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens "Platz vor dem Bahnhof". Immerhin 7.311 Bonner hatten die Initiative unterstützt.

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