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Sportpark Nord
Sanierung des Schwimmbades scheidet die Geister
Von Rolf Kleinfeld
BONN. Eigentlich könnte im Sportpark Nord allseits Zufriedenheit herrschen: Das Stadion steht schmuck da mit Flutlicht und Anzeigetafel, und noch in diesem Monat öffnet nach zwei Jahren Leerstand das Sportpark-Restaurant wieder.
Außerdem haben die Schwimm- und Sportfreunde Bonn (SSF) den dahinter liegenden "roten Salon" zu einem Fitnessstudio mit nagelneuen Sportgeräten umgebaut, wo die Mitglieder künftig mit Blick aufs Stadion an einer 16 Meter langen Fensterfront trainieren können.
Wäre da nicht diese leidige Sache mit dem Schwimmbad im Untergeschoss. Wie in jeden Sommer ist das Aluminium am Beckenboden wieder provisorisch repariert worden. Inzwischen ist das Wasser wieder im Becken, aber die Diskussion über diese Art von Flickwerk geht wohl jetzt erst richtig los.
Denn in einem Gutachten, das die Stadt 2011 in Auftrag gegeben hat und das nun vorliegt, steht: Die Kompletterneuerung des Beckens und der Technik würde 2,8 Millionen Euro kosten und dann für 30 Jahre Sicherheit bieten.
Das Geld hat das städtische Gebäudemanagement in seinen Wirtschaftsplan für 2014 eingestellt, ob es aber tatsächlich vom Kämmerer zur Verfügung gestellt wird, ist offen. Trotzdem favorisiert die Stadt derzeit diese Lösung, weil damit auch die Badtechnik auf moderne Maßstäbe gesetzt würde.
Eine preiswertere Rechnung machen jedoch die SSF auf: Sie haben sich erkundigt und erfahren, dass eine komplette Erneuerung des Aluminium-Beckenbodens, ein Ausbessern der Seitenwände und das Anbringen einer neuen Folie schon für 700.000 Euro zu haben ist.
Damit bekäme man eine zehnjährige Garantie, "aber das könnte auch 20 Jahre halten, wenn's gut läuft", sagt SSF-Geschäftsführerin Maike Schramm. Selbst eine Erneuerung der Badtechnik wäre in dem Betrag enthalten, was die Stadt jedoch bezweifelt.
Die SSF würden diese Lösung sogar selbst über ein Bankdarlehen finanzieren. Warum sie das tun und nicht auf die schon oft verschobene "große Lösung" warten wollen, ist für Schramm ganz einfach: "Wir sehen nicht, dass dieser Millionenbetrag dafür angesichts der städtischen Finanzlage zur Verfügung gestellt werden kann. Und für uns besteht dann das Risiko, plötzlich ganz ohne Bad dazustehen." Die SSF verfahren also nach dem Motto: Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Hinzu kommt: Für die große Lösung müsste das Hallenbad acht Monate lang schließen. "Das bedeutet, dass wir für diese Zeit eine Ausweichlösung bräuchten", sagt Schramm. Die preiswertere Lösung würde dagegen nur eine dreimonatige Schließung der Schwimmhalle (in der Sommerpause) bedeuten.
Das städtische Presseamt bestätigte die Existenz des Gutachtens, das den Kommunalpolitikern aber noch nicht bekannt ist. "Die Fachleute sollen jetzt auch zusätzlich die von den SSF ins Spiel gebrachte Variante prüfen", erklärte Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann dem General-Anzeiger. Wenn das geschehen sei, werden im Herbst die Ratsfraktionen über Gutachten und die Ergebnisse informiert.
Das ist schon mal ein Punktsieg für die SSF: Denn der Verein hatte in der Vergangenheit stets beklagt, dass er bisher nicht die Chance bekam, die von ihm vorgeschlagene Lösung den Gutachtern vorzutragen.
Unterdessen stehen die nächsten Termine im Sportpark Nord an: Im "Bistro Startblock", das künftig Ex-Südstadt-Wirt Amin Rashid betreibt, wird es am Sonntag, 12. August, ein Vereins-Viewing geben, um SSF-Fünfkämpferin Lena Schöneborn bei den Olympische Spielen in London anzufeuern. Mit dem Bistro, so Schramm, habe man endlich erstmals einen Clubtreff für die Mitglieder, in dem es auch kleine Sportlergerichte zu essen gebe.
Am Sonntag, 26. August, weihen die SSF offiziell ihr neues Fitnessstudio mit einem Tag der offenen Tür ein (10 bis 16 Uhr). In dem Zusammenhang beziehen auch zwei Physiotherapeuten dort ihre Räume. Der alte Kraftraum im Erdgeschoss des Sportparks Nord ist zu einem Mehrzweckraum umgebaut worden. Dort trainieren künftig die SSF-Abteilungen für Judo und Gymnastik.
Artikel vom 03.08.2012
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