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Kommentar
Radstation in Bonn - Bittere Zeiten
Von GA-Redakteurin Lisa Inhoffen
Nutzen Sie als Radfahrer auch regelmäßig die Radstation hinterm Bonner Hauptbahnhof? Dann wissen Sie die Vorzüge sicher zu schätzen. Für 80 Cent am Tag steht das Fahrrad dort diebstahlsicher und trocken. Auch sonn- und feiertags.
Und stets freundliche, junge Mitarbeiter pumpen auch gerne mal die Reifen auf oder reparieren die Fahrradleuchte, während man selbst durch die Stadt bummelt. Wer ein Dauerticket hat, kommt noch preiswerter weg. Ein Angebot, das nicht nur der Umwelt, sondern auch noch einem guten Zweck dient.
Wie viele der sozialen Angebote steht mittlerweile aber auch dieses Projekt finanziell auf wackeligen Füßen. Ja, es droht sogar das Aus. Das wäre ein Verlust - für die Caritas und für die Stadt. Die hat sich schließlich auf den Weg gemacht, FahrradHauptstadt zu werden. Da ist eine Radstation doch ein Muss.
Allerdings kann sich Bonn mit Blick in seine leeren Kassen zusätzliche Ausgaben überhaupt nicht mehr leisten. Die Haushaltslage ist dramatisch. Gelingt es nicht, einen genehmigungsfähigen Etat vorzulegen, dann wird der Hahn für die freiwilligen Zuschüsse ohnehin zugedreht. Es ist bitter: Wieder einmal könnte ein ohne Frage sinnvolles Projekt scheitern, weil ein vergleichsweise überschaubarer Betrag fehlt. Während die Stadt gleichzeitig Beratern Stundenlöhne zahlt, die teilweise über dem Monatssatz eines Hartz IV-Empfängers liegen.
Artikel vom 27.06.2012
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