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Prostituierte legt Studenten herein
Von Rita Klein
26-Jährige kassiert das Geld und verschwindet - Bonner Gericht verhängt Geldstrafe in Höhe von 6 300 Euro
Bonn.Mit einem ganz besonderen Geschenk wollten zwei Studenten, 20 und 21 Jahre alt, einen Freund zum 20. Geburtstag überraschen - und erlebten am Ende selbst eine unliebsame Überraschung: Die beiden engagierten am 15. September 2006 auf dem Straßenstrich eine Prostituierte für einen Striptease samt Extra-"Vorstellung" für das Geburtstagskind.
Doch das kam nie in den Genuss des Geschenks, denn die Prostituierte machte sich mit der Vorkasse davon. Nun sitzt die 26-Jährige vor dem Amtsgericht - nicht nur wegen dieses Betruges. Unrechtsbewusstsein ist der schwarzhaarigen Schönheit auf der Anklagebank beim besten Willen nicht vorzuwerfen: Die 26-Jährige zieht es vor, das Reden den anderen zu überlassen. Und so sind die Zeugen gefragt, denen dieser Auftritt vor Gericht nicht nur angenehm ist.
Ihre Aussagen ergeben folgendes Bild: Die beiden Studenten wurden am 15. September mit der Prostituierten schnell handelseinig, und 350 Euro wechselten den Besitzer. 200 Euro sollte die einstündige Stripteasenummer kosten, 150 Euro eine wie auch immer geartete Zusatznummer für das Geburtstagskind. Dann sollte die Prostituierte den beiden Studenten mit ihrem eigenen Auto zur Party folgen.
Doch das tat sie nur bis zur Autobahnauffahrt - und verschwand. Die beiden jungen Männer suchten sie vergeblich und mussten ohne Geschenk zur Party fahren. Erst drei Tage später fand einer der beiden die Frau wieder auf dem Straßenstrich und stellte sie zur Rede. Doch sie drohte nur: "Hol dir das Geld doch bei meinem Freund, der schlägt dich krankenhausreif." Da zog es der 20-Jährige vor, die Polizei einzuschalten.
Die kannte die betreffende Frau schon: Am 25. August waren drei Männer mit dem Taxi auf dem Straßenstrich unterwegs, und während einer von ihnen eine Kollegin der Angeklagten als seine "Traumfrau" bezeichnete und mit ihr in den Büschen verschwand, forderte die 26-Jährige die übrigen auf zu verschwinden - und attackierte schließlich einen mit Pfefferspray. Die Quittung bekam sie nun: Wegen Betruges, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung im minderschweren Fall wurde sie zu 6 300 Euro Geldstrafe verurteilt.
Artikel vom 31.01.2007
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