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Neonazi-Demo
Polizisten verteilen 15.000 Flugblätter
jab
BONN. Die Neonazis werden am 1. Mai in dem Gebiet zwischen Beueler Bahnhof, dem Hallenbad, der Friedrich-Breuer- und der Gottfried-Claren-Straße unterwegs sein. Dieses Areal ist dann nur für Berechtigte wie Anwohner, Pflegedienste oder Anlieferer geöffnet.
Das geht aus einem Flugblatt hervor. 15.000 Stück davon werden Beamte ab Freitag an die Beueler Haushalte verteilen. Außerdem haben die Polizisten 16.000 Flyer in den Schulen verteilt, um den Jugendlichen Tipps und Hinweise für den friedlichen Protest zu geben.
Laut Polizei kommt es am 1. Mai von den frühen Morgenstunden bis zum Abend zu Verkehrsbehinderungen auf Straßen und Gehwegen. Die Beueler müssten mit Sperrungen und Ableitungen rechnen. Besonders betroffen sind die Sankt-Augustiner-Straße, der Konrad-Adenauer-Platz, die Kennedybrücke und der Bertha-von-Suttner-Platz. Fußgänger und Radler können die Brücke passieren. Welchen Weg die Rechtsextremen gehen werden, stand auch am Donnerstag noch nicht endgültig fest.
Die Neonazis wollten zunächst durch die Innenstadt ziehen. Laut Polizeisprecher Harry Kolbe hat es seit der Anmeldung der Demo im Januar verschiedene Gespräche gegeben. Das Ergebnis: Die Demo findet nicht in Bonn sondern in Beuel statt, der Zugweg sei kürzer als zuvor angemeldet.
Die Demo, deren Anmelder Christian Malcoci als einer der führenden Köpfe der militanten Neonazi-Szene gilt, zu verbieten sei auch nach den Durchsuchungen und Festnahmen in NRW nicht möglich. "Es bestehen derzeit keine Erkenntnisse, dass aus dem Kreis der Festgenommen und Tatverdächtigen ein direkter Bezug zur Demo der Rechtsextremisten in Bonn besteht", so die Polizei.
"Uns ist wichtig, dass der friedliche Protest kundgetan werden kann", sagt Kolbe. Die Polizei wolle diese auch in der Nähe der Neonazi-Demo ermöglichen, ein gewisser Abstand müsse jedoch eingehalten werden.
Dieser Abstand aber ruft beim Bündnis "Bonn stellt sich quer", das nach eigener Aussage mittlerweile 29 Gegenproteste angemeldet hat, Unverständnis hervor. Gegen alle Mahnwachen werde zurzeit eine Distanz von mindestens 150 Metern zum Naziaufmarsch verfügt. "Gegen diese unnötige und demokratiefeindliche Praxis wollen wir Klage einreichen", kündigt Mani Stenner an.
Das Bündnis hat zahlreiche Aktionen geplant. Am Samstag gibt es ab 14 Uhr ein Aktionstraining auf dem Münsterplatz. Am Montag, 30. April, beginnt um 14 Uhr eine Kundgebung auf dem Dr.-Weis-Platz, und um 18 Uhr startet unter dem Motto "Electro for tolerance - Nazis wegtanzen" der Tanz in den Mai am Beueler Rheinufer in Höhe der Rheinlust.
Die Polizei informiert ab Freitag, 10 Uhr, am Beueler Rathaus, Friedrich-Breuer-Straße. Außerdem ist bis zum 1. Mai, 20 Uhr, ein Bürgertelefon geschaltet, 0228/153030.
Artikel vom 27.04.2012
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