Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Der Wald dient vor allem der Erholung des Menschen. Seine zweitwichtigste Aufgabe ist die Wasserversorgung. Am Beispiel der Wahnbachtalsperre, dem größten Trinkwasser-Reservoir der Region Bonn/ Rhein-Sieg, lässt sich das am besten verdeutlichen: 476 Hektar Wald hat der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) über die Jahre als Schutzgürtel anpflanzen lassen.
Eine eigene Forstabteilung pflegt ihn und achtet auf eine nachhaltige Forstwirtschaft. "Die Bäume halten die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zurück, halten den Verkehr vom Talsperrenufer fern und verhindern durch ihr Wurzelwerk eine Bodenerosion. Die Filterwirkung des Waldes ist für uns von größter Bedeutung, um sauberes Trinkwasser anbieten zu können", erklärte WTV-Geschäftsführer Herbert Eckschlag.
Wie schonend die Forstmitarbeiter mit dem WTV-Wald umgehen, erläutert Forstwirtschaftsmeister Christian Göth: "Um den Waldboden nicht unnötig durch den Einsatz von schweren Forstmaschinen zu verdichten, flößen wir hin und wieder die gefällten Baumstämme durch das Wasser."
Das WTV-Waldteam, das in enger Kooperation mit dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft arbeitet, pflegt den Mischwald das ganze Jahr über und kümmert sich vor allem um die Jungpflanzen. Trotz der Naturverjüngung werden im Wald und auf den Wiesen immer wieder neue Bäume gepflanzt, um das ökologische Gleichgewicht zwischen Nutzung und Naturschutz in der Waage zu halten.
Stephan Schütte vom Regionalforstamt erklärt den Zusammenhang zwischen Wasserqualität und Waldpflege: "Wald filtert aufgrund seiner großen Blattoberfläche und seiner hohen biologischen Aufnahmekapazität von Nährstoffen Stickstoff, einen der wichtigsten Problemstoffe im Trinkwasser, heraus." Außerdem erhöhe die Humusschicht die Wasserspeicherkapazität des Bodens und fixiere pflanzenschädliches Aluminium.
"Sickerwasseruntersuchungen unter Buchenwald ergaben gegenüber Vergleichszahlen des landwirtschaftlich genutzten Freilandes erhebliche Unterschiede: Der Stickstoffgehalt war 78, der Schwefelgehalt 53 und der Eisengehalt 90 Prozent geringer", weiß Schütte. Der WTV stellt mit Heike Abraham auch die Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft Neunkirchen. Darin sind 246 Mitglieder (inklusive WTV) mit 1420 Hektar Wald vertreten.
Diese zusätzlichen Flächen ummanteln den WTV-Wald und bilden sozusagen eine zweite Schutzwelle für die Talsperre. Somit hat der Wasserschutzgürtel der Wahnbachtalsperre eine Fläche, die etwa zwei Mal so groß ist wie die Fläche des Bonner Stadtwalds.
Die Investitionen des WTV in den Naturraum Wald lohnen sich langfristig. "Wir arbeiten nach einem sogenannten Multi-Barrieren-System, um unser Trinkwasser sauber zu halten", sagt Eckschlag. Schütte unterstreicht die Bedeutung des Waldes mit einer weiteren Zahl: "Ein Hektar Wald hält bis einen Meter Bodentiefe rund drei Millionen Liter Wasser zurück und gibt sie sehr langsam wieder ab. Selbst kleine Wurzeln sowie Bodenorganismen bilden ein verzweigtes Hohlraumsystem, das selbst starke Gewitterregen problemlos aufnehmen kann."
Wasserbedarf: Jeder Mensch braucht pro Tag zwei bis drei Liter Trinkwasser. Weitere 120 Liter pro Tag verbraucht er im Schnitt hierzulande für Kochen, Duschen, Waschmaschine und Toilettenspülung. Nach Berechnungen der Unicef leben weltweit 1,2 Milliarden Menschen ohne ausreichend Trinkwasser. 15 Ländern drohe sogar eine Wasserknappheit in lebensbedrohlichem Ausmaß. Der Gesamtwasserverbrauch in Deutschland liegt derzeit bei 90 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Bundesweit gibt es rund 6.000 Wasserversorgungsunternehmen. Die Wassergewinnung erfolgt zu acht Prozent aus Quellwasser, zu 28 Prozent aus Oberflächen- und zu 64 Prozent aus Grundwasser.
Weihnachtsbaum-Quiz: Das Regionalforstamt (RFA) Rhein-Sieg-Erft verlost unter den Lesern des General-Anzeigers fünf frisch geschlagene Weihnachtsbäume aus dem heimischen Wald. Drei Quizfragen müssen schriftlich beantwortet werden:
Wann wurden in Deutschland erstmals Weihnachtsbäume in der Wohnung aufgestellt?
In welchem Land kommt die Nordmanntanne als natürlicher Waldbaum vor?
Wie lange muss ein Weihnachtsbaum wachsen, bis er die Größe von zwei Metern hat?
Die Antworten sind bis 7. Dezember per Postkarte an das RFA, Flerzheimer Allee 15, 53125 Bonn, zu senden. Die Gewinner werden ausgelost, benachrichtigt und können ihren Baum ab Donnerstag, 15. Dezember, am Dienstgebäude in Röttgen während der Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag 8 bis 16, Freitag 8 bis 14 Uhr) abholen.
Artikel vom 29.11.2011