Neue Weichenstellung am Beueler Güterbahnhof

Bezirksregierung ordnet Ausweitung des Denkmalschutzes an - Ausbau der Schnellbahnlinie 13 verzögert sich erneut

Beuel. Die Nachrichten bezüglich der Zukunft des Beueler Güterbahnhofs überschlagen sich. Erst teilt die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks mit, dass sich der Bau der Schnellbahnlinie 13 erneut verzögern wird. Und jetzt will der Kölner Regierungspräsident weite Teile des Areals an der Königswinterer Straße unter Denkmalschutz stellen.

Die Stadtverwaltung teilte am Donnerstagabend in der Ratssitzung mit, dass der gesamte Gleiskörper zwischen Empfangsgebäude und Güterschuppen, die Erweiterung des Güterschuppens aus dem Jahre 1910 und die Ladestraße parallel zur Königswinterer Straße in die Denkmalliste eingetragen werden sollen.

Die Kölner Bezirksregierung hat in diesem Jahr auf der Grundlage eines Gutachtens des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege ein neues Anhörungsverfahren zur Ausweitung der Eintragung in die Denkmalliste eingeleitet und kam zu dem neuen, deutlich ausgeweiteten Ergebnis.

Meinung Kommentar Lesen Sie dazu auch den Kommentar " Neues Spiel, neues Glück"

1995 hatte die Kölner Behörde das Empfangsgebäude mit der Bahnsteigüberdachung und den ersten Bauabschnitt des Güterschuppens auf der östlichen Seite des Bahnhofs in die Denkmalliste eintragen lassen. Die Stadtverwaltung hat der Bezirksregierung in einem Schreiben ihre ablehnende Haltung bereits mitgeteilt, heißt es in der Ratsvorlage. Darin habe sie insbesondere auf das laufende Planfeststellungsverfahren für die S 13 hingewiesen.

Trotz der vorgetragenen Bedenken wurde die Untere Denkmalbehörde von der Bezirksregierung angewiesen, die Eintragung des Bahnhofs Beuel abzuändern. Dieser Weisung muss die Verwaltung aufgrund der Rechtslage nachkommen. Für Florian Kalff vom dort ansässigen VW Entfallteiledienst jedenfalls bedeutet diese Entscheidung, dass die Zukunft des Standorts für seinen Betrieb gesichert ist.

"Für uns ist dieser Standort mit dem Gleisanschluss einfach optimal", sagte er. Er habe bereits einen Vertreter der Vulkaneifel-Gleisbau empfangen und ihm das Gleis 1 der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) im Bahnhof gezeigt und ihn gebeten, ihm ein Angebot für eine Instandsetzung zu machen. Kalff vertritt außerdem die Meinung, dass die Unterschutzstellung keine Auswirkung auf die S 13 haben wird.

Außerdem wird sich der Ausbau der S 13 entgegen der bisherigen Planungen weiter verzögern. Das teilt jedenfalls die Landtagsabgeordnete Renate Hendricks (SPD) mit. Der Ausbau der Schienenstrecke wird in Bonn seit Jahren erwartet. Die S 13 soll eine bessere Direktverbindung aus dem Beueler Süden in den Norden über den Flughafen bis Köln und darüber hinaus herstellen. Hendricks hatte den Bürgern versprochen, alle Informationen zum Planungsstand der S 13 öffentlich zu machen.

"An diesem Versprechen möchte ich mich nun messen lassen", so Hendricks. Das bisherige Zeitfenster im Planungsstand der S 13 sah vor, dass der Planfeststellungsbeschluss im März 2009 vorliegen, Baubeginn im Oktober 2010 und Inbetriebnahme Ende 2014 sein sollte. Die DB-Projektbau teilte auf Nachfrage von Hendricks mit, dass der Planfeststellungsbeschluss nun erst Mitte 2011 vorliegen werde.

Der Beginn des Ausbaus der S 13 kann dann erst Ende 2012 erfolgen und die Inbetriebnahme ist erst für Ende 2016 vorgesehen. "In der Zwischenzeit konnten wir in Erfahrung bringen, dass die DB-Projektbau keine voraussichtlichen Fertigstellungstermine mehr nennt. Zu unsicher scheint aufgrund der bisherigen Bauverzögerung eine generelle Realisierung des Projekts", kommentierte die SPD-Politikerin Renate Hendricks. "Die Landesregierung muss nun endgültig für Klarheit sorgen und die am Projekt beteiligten Entscheidungsträger an einen Tisch bringen.

Für die Stadt Bonn ist der infrastrukturelle Ausbau einer Schienenanbindung in Beuel unverzichtbar. Die Landesregierung muss daher endlich Farbe bekennen und offenlegen, wie es um den Bau der S 13 tatsächlich steht", merkte Hendricks an. Mit dem Bau der S 13 waren die dringend erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen an der viel befahrenden rechtsrheinischen Bahnstrecke finanziell verbunden.

"Ich fordere die Landesregierung auf, sich dafür einzusetzen, den Lärmschutz in Beuel in einem überschaubaren Zeitfenster zu realisieren", sagte am Donnerstag Renate Hendricks.

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