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Landgericht Bonn
Missbrauchs-Fall - Fünf Jahre Haftstrafe für Großvater
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BONN. Jahrzehntelang hat ein heute 76-jähriger Rentner bestritten, ein Kinderschänder zu sein. Im einem Missbrauchsprozess vor dem Bonner Landgericht hat er schließlich sein Schweigen gebrochen und zugegeben, sowohl seine Enkelin als auch Jahrzehnte zuvor seine eigene Tochter über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.
Symbolbild. Foto: dpa
Die Jugendschutzkammer verurteilte den angeklagten Großvater am Freitag wegen elf Übergriffen, darunter vier Vergewaltigungen seiner Enkelin, zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Die Übergriffe bei seiner Tochter sind längst verjährt.
"Zerstört" hat ein heute schwer kranker 76-Jähriger in den Augen der Richter am Bonner Landgericht das Leben einer seiner Töchter sowie das einer Enkelin: Am Freitag wurde der im Rollstuhl sitzende und an ein Atemgerät angeschlossene Angeklagte für den jahrelangen Missbrauch der anfangs acht Jahre alten Enkelin zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Die nun verurteilten elf Fälle des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Vergewaltigung waren dabei nur "die Spitze des Eisbergs", so der Kammervorsitzende Wolfgang Schmitz-Juisten. Ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Ehefrau hatten die Übergriffe auf die Enkelin im Sommer 1998 begonnen - und hatten erst ein Ende gefunden, als der Pensionär 2001 aus seiner Wohnung in Troisdorf in ein Pflegeheim gezogen war.
Doch erst Jahre später war das gesamte Ausmaß der Taten des pädophilen Mannes ans Licht gekommen: Der 76-Jährige hatte nicht nur seine Enkelin, sondern bereits Jahrzehnte zuvor auch eine seiner Töchter im Kindesalter "in der schlimmsten Form" missbraucht, so der Richter.
Beide Missbrauchsopfer hatten im Prozess im Zeugenstand aussagen müssen, da der Angeklagte anfangs jegliche Schuld von sich gewiesen hatte. Erst am vierten Verhandlungstag hatte er überraschend doch noch ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Die Folgen für beide Frauen sind laut Gericht "wirklich grauenhaft". Die heute 21 Jahre alte Enkelin hat unter anderem zwei Selbstmordversuche hinter sich. Als der Missbrauchsverdacht vor einigen Jahren in der Familie bekannt wurde, wurde ihre missbrauchte Tante laut Urteil "von der Vergangenheit eingeholt".
Die Frau, die das Erlebte jahrelang verdrängt hatte, brach zusammen und musste mehrere Monate in der geschlossenen Psychiatrie behandelt werden. Bei ihrer Aussage nun vor Gericht war sie mehrfach von Weinkrämpfen geschüttelt worden. Der Vorsitzende: "Ich habe selten eine Frau erlebt, die in einer Vernehmung so zusammengebrochen ist."
Artikel vom 04.05.2012
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