Lengsdorfer Kirmes: Dorfmitte als großer Biergarten

Livemusik und lustige Mitmachaktionen auch in diesem Jahr wieder ein Publikumsmagnet

Lengsdorf. Zuerst will sich niemand so richtig trauen. Dann finden sich mit Alfred Fengler und Werner Dorn aber doch noch zwei Kandidaten für die erste Runde des legendären "Schürreskarrenrennen". Entlang der Straße Im Mühlenbach, die an diesem Wochenende zum Lengsdorfer Kirmesplatz umfunktioniert wurde. Der traditionelle Wettkampf mit den alten Holzschubkarren ist einer der Höhepunkte auf dem Dorffest.

Mit ordentlich Tempo flitzen die Männer nebeneinander her. Beide wollen gewinnen, schließlich ist der Preis für den ersten Platz eine Flasche des begehrten Lengsdorfer Weins. Christoph Schada, Vorsitzender des Ortsfestausschusses, steht bereits am Ziel, wartet und grinst: "Die Dinger sind gar nicht so leicht zu fahren, vor allem ab einem gewissen Tempo wird die Sache zum Balanceakt."

Wenige Meter weiter wirft Heinz-Josef Lauterbach einen Blick auf die beachtliche CD-Sammlung an seinem Mischpult. Seit vielen Jahren kümmert sich der Vorsitzende des Trägervereins des Vereinshauses um die Beschallung auf der Kirmes. "Dabei setzen wir immer mehr auf Livemusik", erklärt er. Erst am Samstagabend sorgte die Band "Golden Sounds" mit Hits aus den vergangenen Jahrzehnten für Stimmung auf dem Vorplatz des Vereinshauses.

"Mehr als 300 Leute waren hier, man konnte kaum stehen", berichtet er. Insgesamt, so schätzt der Vorsitzende, besuchen an diesem Wochenende rund 1 000 Menschen die Lengsdorfer Kirmes. "Unser Erfolg ist unmittelbar an die Mitarbeit der Vereine gekoppelt", betont Lauterbach. Ohne die Ortsvereine, die sich das ganze Wochenende um den Verkauf der Getränke kümmern, würde es nicht laufen.

"Dazu kommt, dass wir unserer Kirmes ein bisschen Volksfestcharakter geben möchten." Lustige Mitmachaktionen wie das Schürreskarrenrennen oder Auftritte von Livebands gehörten definitiv zu einem guten Volksfest, findet Lauterbach. Darum ist er auch sehr zufrieden mit der Gestaltung des Platzes vor dem Vereinshaus. "Hier sieht es aus wie in einem Biergarten, das lockt die Menschen an." Tatsächlich tummeln sich schon mittags viele Menschen an den Bierzeltgarnituren.

Dadurch läuft auch das Geschäft für die Schausteller: Karussells und Autoscooter sind gut besucht, an den Buden wird gezielt, geschossen und geangelt. "Wir sind hier in Lengsdorf eigentlich ganz zufrieden", sagt Hans-Jürgen Eisbusch, Sprecher der AG Bonner Schausteller. Hier sei der Zulauf von Besuchern relativ konstant. "Wir müssen den Leuten einfach immer wieder etwas neues, etwas unterhaltsames bieten. Darum ist es prima, dass hier in Lengsdorf Schausteller und Ortsvereine Hand in Hand arbeiten."

Die Lengsdorfer Kirmes vor dem Vereinshaus, Im Mühlenbach, klingt Montagabend mit dem Verurteilen der Strohpuppe "Zachaies" gegen 19.30 Uhr aus.

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