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Klingonenhorden belagern Maritim in Bonn
Von Stefan Knopp
Trekkies, Jedis und Vorlonen untersich: Bei der Fedcon treffen zahlreiche verkleidete Science-Fiction-Fans auf ihre Serienstars.
Bonn. Kenner von "Babylon 5" werden es wissen: Als der fiese Mr. Morden und die bösen Schatten den Vorlonen-Botschafter Kosh töteten, war das einer der finstersten Momente der gesamten Science-Fiction-Serie.
Am Freitag bei der Pressekonferenz zu Beginn der Fedcon 2010 im Maritim lief die Begegnung viel harmonischer ab: Morden-Darsteller Ed Wasser drückte Kosh einen ordentlichen Schmatzer auf den Helm. Unter dem originalgetreuen Ganzkörper-Vorlonenanzug steckte Jessica Schamma. "Das Kostüm ist sicher 15 Kilo schwer", sagte die Düsseldorferin.
"Ich habe acht Monate daran gebastelt." Es ist nicht ihr einziges Kostüm: "Ich habe noch drei andere dabei." Imperiale Sturmtruppler mit Laser-Schwert aus dem "Star Wars"-Universum, diverse Klingonenhorden, jede Menge Jedis und Star-Trek-Fans tummeln sich seit Freitag wieder auf Europas größter SciFi-Messe, lassen sich außerirdisch schminken und versuchen, Kontakt mit ihren Serienstars aufzunehmen.
Da sich Klingonen schon auf früheren Fedcons als Sicherheitskräfte bewährt hatten, bewachten sie auch dieses Mal die Pressekonferenz. "Khemorex Klinzhai" heißt die Gruppe. "Wir sind überall dort dabei, wo es Spaß macht und wo es etwas für das Myelin Projekt gibt", erklärte Klingonin Sabine Heidenreich. "Wir sammeln Geld dafür." Unter Myelin fallen Krankheiten wie Multiple Sklerose, die die Myelin-Schicht um die Nervenbahnen angreifen und diese unterbrechen.
Klingonen mit sozialer Ader, wer hätte das gedacht? An ihrem Stand kann man sich auch nach Belieben schminken, so wie es Nicole Eisenblätter und Töchterchen Aika aus Nörvenich machten. Es ist schon die dritte Con der Zweijährigen: Sie war schon im Bauch dabei", erzählt die Mutter. "Und sie hat schon ihren ersten Romulaner erlegt", ergänzte sie mit Hinweis auf den Tahn, den das Mädchen an einer Kette um den Hals trug.
Auffällig: Die blaue "Police Box" im Eingangsbereich, das nahezu wichtigste Utensil von "Dr. Who". In dem Kostüm steckte Kate Kakerbeck aus Düsseldorf. Sie wird weniger die Vorträge besuchen: "Ich komme hauptsächlich wegen der Atmosphäre her. Hier begegnet man Gleichgesinnten und trifft Con-Freunde wieder." Am Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr gibt es im Maritim-Hotel Vorträge, Autogrammstunden, einen Kostümwettbewerb, ein Trekkie-Treffen und vieles mehr.
Artikel vom 01.05.2010
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