Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Klagen über Lärm - Stadt sperrt Sportplatz
BONN. Der Zeitpunkt hätte unpassender nicht sein können: Ausgerechnet zur EM verbietet die Stadt das Fußballspielen außerhalb des Schulsports auf den Sportanlagen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums an der Endenicher Allee. Was meinen Sie dazu? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
Auch andere Nutzungen sind dem Schild zufolge, das am Sportplatz-Eingang an der Wegelerstraße prangt, außerhalb der Unterrichtszeiten untersagt.
Ein Anwohner hatte sich vor einem Jahr per Bürgerantrag an die Stadt gewandt, hieß es aus dem Presseamt. Er habe sich über zunehmenden Lärm von Freizeitsportlern beschwert, die den Platz auch bis weit in den Abend sowie an Sonn- und Feiertagen nutzten - vor allem seit der Sanierung des Platzes vor zwei Jahren und des Baus einer Beachvolleyball-Anlage. Ihr Anliegen wurde im Mai 2011 in der Bezirksvertretung Bonn thematisiert. Eine Sperrung außerhalb des Schulbetriebs lehnten die Politiker jedoch ab. Die Stadt tat es jetzt trotzdem. "Es hatte seit dem Bürgerantrag noch weitere Beschwerden und Klageandrohungen gegeben", hieß es am Montag aus dem Presseamt.
"Es ist absolut inakzeptabel und in keiner Weise verständlich, warum eine solche Entscheidung hinter dem Rücken der Politik und der Schule gefällt wurde", schimpfte Schulausschussvorsitzende Dorothee Paß-Weingartz (Grüne), als sie davon erfuhr. "Wer in die Nähe eines Sportplatzes zieht, kann nicht erwarten, dass dort Friedhofsruhe herrscht."
Aus ihrer Sicht umfasse der Ratsbeschluss, nach dem Schulhöfe bis zum Einbruch der Dunkelheit als Freizeitanlagen zur Verfügung stehen, auch Schulsportanlagen. Das sieht die Verwaltung laut Stefanie Zießnitz vom Presseamt auf GA-Nachfrage anders: "Sportanlagen gehören nicht dazu."
Paß-Weingartz will die Sperrung im nächsten Schulausschuss auf die Tagesordnung setzen und rückgängig machen lassen. Verärgert zeigt sich auch Herbert Kaupert. Der sportpolitische Sprecher der CDU will sich ebenfalls dafür einsetzen, dass der Platz weiterhin für alle offen bleibt. "Die Jugend soll sich doch bewegen und dafür sind diese Anlagen gerade in der Stadt wichtig."
Schützenhilfe bekommt er von seiner Parteifreundin Eva Vianden. Sie ist Mitglied im Schulausschuss und wohnt seit Jahren an der Beethovenstraße, gegenüber des Gymnasiums. "Ich höre jede Schuldurchsage und bekomme auch mit, wenn auf den Sportanlagen was los ist. Aber über zu viel Lärm kann ich nicht klagen."
In der damaligen Stellungnahme für die Bezirksvertretung erläuterte die Verwaltung, dass der Platz nur drei Freizeitgruppen zur Verfügung gestellt werde, deren Nutzungszeit um 20 Uhr endet. Es sei aber bekannt, dass darüber hinaus weitere Gruppen auf den Plätzen spielten, die sich oftmals nicht an die Nutzungszeiten hielten.
David, Marco, Antonio und ihre Freunde treffen sich abends ebenfalls gern auf dem Platz zum Fußballspielen. Über das Verbot sind sie verärgert. "Wir sind aber doch nicht zu laut", sagt einer der jungen Männer. "Wollen die denn, das wir nur noch vor dem Computer sitzen?"
EMA-Schulleiter Uwe Bettscheider ist von seinem Hausmeister auf das neue Verbotsschild aufmerksam gemacht worden. "Offiziell hat mich von der Stadt niemand darüber informiert", sagt er. Für die Beschwerden hat Bettscheider kein Verständnis, schließlich ist das EMA samt Sportanlagen seit den 1950er Jahren an der Endenicher Allee beheimatet, sagt er. "Wenn ich an den Rhein ziehe, darf ich mich auch nicht wundern, dass dort Dampfer fahren", kritisierte Bettscheider. Nachdem das Schild aufgehängt worden war, bekam der Schulleiter Post von einem Anwohner. "Ich soll dafür sorgen, dass das Nutzungsverbot durchgesetzt wird. Das werde ich ganz sicher nicht tun und kann es auch gar nicht", sagt der Direktor.
Artikel vom 26.06.2012
93 Lesermeinungen - Seite 1/31an die Anwohner...
Regt euch nicht so auf | 27.06.2012 13:06Warum zieht man dann auch in die Nähe eines Sportplatzes, wenn einen der Lärm stört? Wenn nicht manch einer der Anwohner selbst zu den lärmenden Menschen gehört die nachts die Kulturmeile bevölkern! Käme aber nie auf die Idee mich darüber zu beschweren, wußte ja vorher was mich erwartet! Wenn man eine lebendige und lebenswerte Stadt möchte muss jeder seine Teil dazu leisten! Wer Friedhofsruhe möchte soll doch aufs Land ziehen!
Wasch mir den Petz,...
Fritz Botermann | 27.06.2012 09:56Wenn man Jugendlichen verbietet, ihren Bewegungsdrang auszutoben und Freiflächen sperrt, dann darf man sich nicht wundern, wenn sie ihre Kräfte destruktiv "nutzen". Es fällt immer wieder auf, dass Bewohner Institutionen einschalten (Gerichte, Stadtverwaltung, usw), aber selten den Mut haben, mit den "störenden" Jugendlichen selbst ein Gespräch führen. Ich frage mich dann immer, welche Jugend haben diese Erwachsenen gehabt. Und welche Gesellschaft vermitteln wir den heutigen Jugendlichen. Was man Ihnen vorlebt, werden sie zurück geben. Deshalb: Redet miteinander, liebe Anwohner!
Wir sich bekloppt
R-Niederhausen | 27.06.2012 08:07Am besten noch einen 1€ Malocher abstellen der das Nichtrauchergesetz überwacht und einen sportlichen Qualmer zur anzeige bringt.


