Prozess in Bonn

Hohe Strafe für brutalen Banküberfall

BONN.  Der Haupttäter muss mehr als sieben Jahre in Haft. Eine lange Zeit im Gefängnis hat ein junger Bonner vor sich: Der 24-Jährige aus Tannenbusch wurde am Montag von der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts für einen brutalen, aber gescheiterten Banküberfall in Tannenbusch verurteilt.

Und zwar zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. In dieses Strafmaß sind zwei Vorstrafen des jungen Mannes, der bisher noch nie im Gefängnis gesessen hat, einbezogen. Doch zwei weitere Verurteilungen zu Bewährungsstrafen von anderthalb Jahren sowie 16 Monaten bleiben alleine bestehen: Da die Bewährung in beiden Fällen nun widerrufen wird, hat der 24-Jährige insgesamt sieben Jahre und einen Monat hinter Gittern vor sich.

Sein heute 19 Jahre alter Komplize der Tat am Morgen des 20. April 2010 muss ebenfalls ins Gefängnis: Der damals erst 17 Jahre alte Angeklagte erhielt eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren. Das räuberische Duo hatte die Sparkasse an der Oppelner Straße überfallen, den Filialleiter zusammengeschlagen, ihm eine Pistole in den Mund gesteckt und eine Auszubildende bedroht. Die Täter waren allerdings ohne Beute geflohen.

Lange Zeit hatten die beiden Angeklagten in dem Indizienprozess geschwiegen. Erst nach einem Ortstermin am zehnten Verhandlungstag und dem anschließenden Hinweis des Vorsitzenden Richters Thomas Stollenwerk, dass eine Verurteilung aufgrund der gesammelten Indizien wahrscheinlich sei, hatten sie doch noch ein Geständnis abgelegt.

Offenbar hatten sie die Nacht vor dem Überfall mit Freunden verbracht, dabei viel Alkohol getrunken, Drogen konsumiert - und einen Gangsterfilm auf DVD geschaut, in dem es um Autos, Frauen und schnelles Geld machen ging. Noch in der Nacht hatten sich die Angeklagten eine ungeladene Gaspistole und Masken besorgt. Zu den belastenden Indizien hatten neben dem auffälligen Goldzahn eines Täters, der den Opfern aufgefallen war, auch Schuhabdrücke an der aufgetretenen Glastür der Bank gezählt.

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