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Hans-Dietrich Genscher erhält Franjo-Basic-Preis
Von Laura Potting
Es war ein Abend, der ganz im Zeichen der Europäischen Union stand. Während Kroatien sich immer noch in den Beitrittsverhandlungen mit der EU befindet, vergab die Deutsch-Kroatische gesellschaft (DKG) am Samstag den Franjo-Basic-Preis an Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher.
Bonn. Es war ein Abend, der ganz im Zeichen der Europäischen Union stand. Während Kroatien sich immer noch in den Beitrittsverhandlungen mit der EU befindet, vergab die Deutsch-Kroatische gesellschaft (DKG) am Samstag den Franjo-Basic-Preis an Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher.
Der hatte 1991 maßgeblich zur deutschen und später internationalen Anerkennung der kroatischen Unabhängigkeit beigetragen. Und somit den Weg Kroatiens geebnet, einmal Mitglied der Europäischen Union zu werden. "Es ist eine Anerkennung für die Anerkennung", sagte der Vorsitzende der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft, Daniel Gluncic.
Seit 2007 verleiht die DKG den Preis, mit dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland und Kroatien ausgezeichnet werden, die sich besonders für die Vertiefung der deutsch-kroatischen Beziehungen eingesetzt haben. Die Verleihung fand - anders als sonst - nicht in Berlin, sondern in Bonn statt.
"Wir wollten eine Verbindung schaffen zwischen Basic, Bonn und Genscher", sagte Gluncic. Basic war langjähriger Gemeindepriester in Bonn und Gründer der DKG; Genscher selbst war lange Jahre als Innen- und als Außenminister in Bonn tätig und lebt noch heute in Wachtberg.
"Es ist ein Preis, der mir im Abstand von 20 Jahren zeigt, dass das damals der richtige Schritt war", sagte Genscher und betonte, es sei wichtig, dass auch in Zukunft große und kleine Staaten gleichberechtigt zusammenarbeiten.
Seit knapp 18 Jahren ist er nicht mehr im Amt, über Langeweile könne er aber trotzdem nicht klagen. "Ich nehme täglich Auszeichnungen entgegen", witzelte der inzwischen 83-Jährige. In die Sitzungen seiner Partei, der FDP, gehe er nicht mehr.
"Es ist eine Gefahr für Politiker, wenn ältere Politiker alles besser wissen." Stattdessen schreibe er, halte Vorträge und gehe seiner Tätigkeit als Anwalt nach. "Meine Frau ist ganz froh, wenn ich nicht den ganzen Tag zu Hause sitze."
Rund 180 Gäste kamen zu der Preisverleihung in die Zentrale der Deutschen Telekom, darunter auch der Botschafter der Republik Kroatien, Miro Kovac. Genscher sei bei seinem Besuch in Kroatien kurz nach der Unabhängigkeit in einer Mercedes S-Klasse vorgefahren, erzählte Kovac. "Seitdem heißt die S-Klasse in Kroatien Genscher."
Neben der Preisverleihung war indirekt die Einbindung Kroatiens in die EU Thema des Abends. Dies zeigte sich nicht zuletzt an dem vor der Verleihung geführten Zeitgespräch zum Thema "Überwindung des Ost-West-Konflikts, Südosteuropa und Europäische Integration."
An diesem nahmen neben Genscher auch Außenminister a.D. Klaus Kinkel sowie der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, teil. Und so war dieser Abend nicht nur ein Abend für Genscher, sondern vor allem auch ein Abend für Europa und den kroatischen Beitritt.
Artikel vom 27.09.2010
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