Grenzenloses Lernen | GA-Bonn

Grenzenloses Lernen

Schüler aus Deutschland, Italien und Spanien arbeiten an gemeinsamen Projekten
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 Foto: Max Malsch

Beuel-Limperich Vor der Arbeit stand ein herzlicher Empfang: 50 italienische und spanische Schüler seiner Comenius-Partnerschulen sind für einen sechstägigen Arbeitsbesuch im Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) eingetroffen, wo sie von Schulleiter Bernhard Hillen und zahlreichen Schülern mit einem musikalischen Gruß in der Aula empfangen wurden.

Vor einem Jahr sei das KFG offiziell Comenius-Schule geworden, sagte Hillen. Das Projektthema des KFG lautete "Die kulturellen und religiösen Wurzeln Europas". Hierzu hätten die Schüler in Projekten Themen wie "die Rolle der Religion in der EU", "das Verhältnis von Staat und Kirche in islamischen Ländern", "Religion und Terrorismus" und "Judentum im Rheinland" bearbeitet.

"Im laufenden Jahr kam es dann zu einem ersten Treffen an der spanischen Schule Centro Grial in Valladolid, später dann reisten die KFG-Schüler ins italienische Mirandola, wo sie sich am Instituto Statale Superiore Galilei mit ihren Comenius-Partnern trafen", gab Hillen einen Rückblick.

Für den ersten Besuch jetzt in Bonn sah der Schulleiter die aktuelle Bewandtnis des Projektthemas im Mittelpunkt: "Wir Deutsche haben die kulturellen und religiösen Wurzeln Europas in den vergangenen Jahrzehnten ganz intensiv erlebt und gespürt, als es galt, die Trennung Europas in Ost und West zu überwinden. Diese Trennlinien liefen mitten durch Deutschland, aber auch mitten durch Grenzstädte, gewachsene landschaftliche Strukturen und gar mitten durch Familien", klärte Hillen seine spanischen und italienischen Gäste auf.

Das große Blasorchester des KFG unter Leitung von Andreas Berger umrahmte die feierliche Begrüßung mit der Europa-Hymne und der "Ode an die Freude" musikalisch, während Chefchoreografin und Biologie-Lehrerin Gabriele Kessel ihre Tanz-AG präsentierte.

"28 Schüler im Alter von etwa 17 Jahren sind mit drei Lehrerinnen aus Italien zu uns gekommen", berichtete Comenius-Koordinatorin Eva Haslbeck. Dazu kämen 22 Schüler mit drei Lehrerinnen aus Spanien.

"An unserem ersten Arbeitstag wollen wir verschiedene Aspekte des Projekts beleuchten", sagte die zweite Comenius-Betreuerin Muriel Kasper. So würden Themen wie "das Verhältnis von Kirche und Staat in Spanien, Italien und Deutschland", "die Gründung der EU", "die Religionen in Europa" oder "das Judentum in Köln" behandelt.

Vorgesehen seien auch Exkursionen nach Aachen, Maastricht, Köln, Brüssel und in die Bonner Innenstadt. Begleitet werden die ausländischen Gäste von etwa 50 KFG-Schülern der Jahrgangsstufen sieben bis 13 und zwölf Lehrern.

Das Comenius-Programm
  • Comenius ist der schulbezogene Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen, das bis 2013 läuft und mit knapp sieben Milliarden Euro ausgestattet ist. Europaweit sollen mindestens drei Millionen Schüler an gemeinsamen Bildungsaktivitäten innerhalb von Comenius-Schulpartnerschaften teilnehmen. Für die gemeinsame Arbeit zu selbst gewählten Themen erhalten die Schulpartnerschaften Fördermittel von der EU.
  • An multilateralen Comenius-Schulpartnerschaften sind mindestens drei Schulen aus drei verschiedenen EU-Ländern beteiligt. Assoziierte Partner, wie im Fall des KFG die armenischen Partnerschule, können in die Projektarbeit mit einbezogen werden.
  • Ein Ziel der Comenius-Treffen ist es, Schüler verschiedener Jahrgangsstufen zum Austausch anzuregen und einzelne Aspekte des Projektthemas zusammenzuführen. Alle Teilnehmer erhalten ein "Comenius-Diplom" und den europäischen Mobilitätspass.
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