Rabattaktionen in Bonn: GA-Mitarbeiterin macht den Einkaufsversuch | GA-Bonn

Rabattaktionen in Bonn

GA-Mitarbeiterin macht den Einkaufsversuch

BONN.  Ich gebe es zu. Es gibt ein Klischee über Frauen, das auch ich zweifelsfrei und zu hundert Prozent erfülle: Mein Kleiderschrank ist immer leer. Auch wenn sich dort Klamottenberge türmen, so finde ich nie etwas Passendes zum Anziehen. Regelmäßig hilft dagegen nur ein Shopping-Spaziergang durch die Innenstadt. Wenn dann allerdings auch das Portemonnaie nicht gerade üppig gefüllt ist, muss der Schaufensterbummel nach dem Minimalprinzip erfolgen. Für mich heißt das: ausschließlich Verkaufsflächen mit aggressiven Rabatt-Werbe-Tafeln ansteuern.

Schnäppchentour: 50,93 Euro gibt GA-Mitarbeiterin Arina Fries für eine Hose, ein Top und eine Strickjacke aus. Foto/Montage: Barbara Frommann

Da allerdings mittlerweile fast immer irgendwo Rabattaktionen stattfinden, ist es vermutlich nicht so schwer, auch für kleines Geld die Einkaufstüten vollzupacken. Dachte ich. Denn seit mehr als zehn Jahren gilt das Rabattgesetz nicht mehr. Der klassische Schlussverkauf ist passé. Seitdem locken Sonderpreise beinahe das ganze Jahr über Konsumwillige.

Auch ich erwische mich regelmäßig dabei, wie ich in Sale-Aktionen zur Shopping-Queen mit Schnäppchen-Jäger-Brille avanciere. So auch jetzt. 50 Euro erlaubt mir mein Kontostand auszugeben. Dafür möchte ich am liebsten ein praktisches Outfit für tagsüber, mit dem ich abends noch schnell im Biergarten vorbeischauen kann. Irgendwie hatte ich mir das leichter vorgestellt. Aber so ist das doch immer: Frau will Geld ausgeben und findet nichts.

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Und wenn Frau keinen einzigen Euro in Textilien investieren möchte, wird sie erschlagen von dem Angebot. Ebenfalls so ein Klischee, von dem zumindest ich weiß, dass es durchaus zutreffend ist. Leider stelle ich bei meiner Tour durch die Geschäfte in der Bonner Innenstadt auch noch fest, dass ich schon eine ganz klare Idee habe, was ich haben möchte. Chino, Strickjacke und ein Basic-Top stehen ganz oben auf meiner Einkaufsliste.

Als ich eine Verkäuferin anspreche, damit sie mir hilft, verspricht sie zuerst, dass das kein Problem sein wird. Als ich ihr von meinem Preislimit berichte, schaut sie mich ungläubig an. "Ach, da finden wir schon was Schönes", winkt sie dann ab. Als ich aber hinzufüge, dass ich dafür gerne eine Hose und zwei Oberteile hätte, wird sie blass. Dabei war ich doch noch gar nicht auf das Kriterium Qualität eingegangen. Bevor die hilfsbereite Frau verzweifelt, bedanke ich mich lieber und verlasse ganz schnell den Laden.

Und weiter geht es auf Bonns Shoppingmeile über den Markt und durch die Sternstraße. Der Friedensplatz wird gestreift, bevor ich auf die Zielgerade Richtung Münster und Hauptbahnhof einbiege. Dazwischen massig Angebote. Aber der Unterschied zwischen Ramsch und guter Qualität ist offensichtlich. Für 50 Euro gibt es in den meisten Boutiquen zwar schon einige Schnäppchen, aber dann auch nur ein Oberteil. An ein komplettes Outfit ist da nicht zu denken.

Erst im Laden Nummer sechs auf meiner Shopping-Safari werde ich fündig. Eine Marken-Chino überzeugt mich mit knappen 50 Prozent Rabatt. Statt 49,90 Euro kostet mich das khakifarbene Beinkleid 25,99 Euro. Auf eine Strickjacke der Eigenmarke des Kaufhauses erhalte ich mehr als 30 Prozent Preisnachlass: Statt 29,99 Euro stehen auf dem Kassenbon später angenehme 19,99 Euro. Für das gewünschte Top verzichte ich auf das Kriterium Rabatt, weil es sowieso nur 4,95 Euro kostet. Macht unterm Strich 50,93 Euro.

Mission erfüllt. Fazit: Zwar gibt es schon vor dem offiziellen Sommerschlussverkauf viele Rabatte im Einzelhandel, dennoch muss ordentlich gewühlt werden, um schöne und qualitativ hochwertige Kleidung zu bekommen. Etwa drei Stunden brauchte ich, um alle Sale-Aktionen abzuklappern.

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