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Fans der Rheinkultur organisieren Retter-Offensive
Von Cem Akalin
Rund 13 000 Festival-Freunde haben sich im Internet formiert. Flashmob am Stadthaus geplant. Rheinkultur-Geschäftsführer Holger Jan Schmidt ist in den am Mittwoch tagenden Kulturausschuss eingeladen worden.
Bonn. Als Privatinitiative unter Freunden gestartet, hat sich "R(h)einkultur 2012 - Wir feiern trotz allem gemeinsam und friedlich!!!" zu einer regelrechten Bewegung entwickelt. Bis Montagabend hatten sich fast 13 000 auf der Facebook-Seite anmeldet. "Wir sind selbst ganz überrascht", so Jonas Kopp.
Der 19-jährige Schüler hatte mit zwei Freunden spontan die Idee, "ein Zeichen zu setzen gegen das, was derzeit in Bonn in Sachen Jugendkultur läuft", so Kopp.
"Wir alle sind große Fans der Rheinkultur und verbinden mit dem Festival schöne Momente. Auch wenn das Bild des Festivals in letzter Zeit vermehrt ins schlechte Licht gefallen ist, sei es durch die Ausschreitungen an der HipHop-Bühne dieses Jahr oder die Anzahl der Alkoholisierten", meint Kopp.
Das seien aber keine Probleme, mit denen alleine die Rheinkultur zu tun habe, "sondern sie sind einfach nur ein Spiegelbild unserer immer weiter verkommenden Gesellschaft", findet Kopp. Die Schüler haben jedenfalls kein Verständnis dafür, dass die Stadt Bonn Millionen für ein WCCB oder ein Festspielhaus ausgeben will, und die Bonner Jugendkultur immer mehr zurückstecken müsse.
Die Stadt unterstütze die Rheinkultur gerademal mit 0,60 Euro pro Besucher. "Daher wollen wir der Bonner Jugend eine Stimme geben", so der 19-Jährige. Wenn am Mittwoch der Kulturausschuss im Stadthaus tagt, werden sie jedenfalls dabei sein - "nicht um zu stören, sondern um uns für die Rheinkultur einzusetzen". Die Anmeldung für einen Flashmob, also eine Spontan-Aktion des "Blitzpöbel", ist übrigens nicht von diesen Bonner Schülern.
In den Kulturausschuss eingeladen hat Dezernent Martin Schumacher Rheinkultur-Geschäftsführer Holger Jan Schmidt: "Wir sprechen gerne wieder über die Situation, aber wir haben eine Entscheidung getroffen. Das war ja kein Promo-Gag. Wenn sich an den Rahmenbedingungen gravierend etwas verändern sollte, dann überlegen wir neu."
Allerdings müsse sich sowohl bei der Finanzierung, als auch bei Personal, Perspektiven und der "Wertschätzung des Festivals" entscheidendes verändern", so Schmid, der die Initiatoren der Retter-Offensiven nicht kennt. "Aber ich freue mich darüber, dass Leute ihre Verbundenheit auf verschiedene Art und Weise zum Ausdruck bringen."
Artikel vom 15.11.2011
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