Eine Leiche zum Krimi-Dinner

BAD GODESBERG.  Es scheint so, als liege ein dunkles Geheimnis über der Godesburg. Nach der Schwarzwildjagd durch das Moor trifft sich die illustre Jagdgesellschaft im Rittersaal, um gemeinsam bei Kerzenlicht zu schmausen. Die Stimmung schwankt zwischen Ausgelassenheit und Spannung. Auch Chiefinspector Richard Burke, seine Verlobte Lady Ashtonburry, Jagdführer Alan Campbell, Butler William Wallace und Ravia sind schon da.

Wer ist der Mörder? Chiefinspector Richard Burke, Lady Ashtonburry und die Gäste als illustre Jagdgesellschaft bei der Premiere des Krimi-Dinners im Rittersaal der Godesburg. Foto: Ronald Frieise

Doch wer fehlt, ist der Gastgeber - von dem niemand so genau weiß, wer er eigentlich ist. Denn der Landsitz hat jahrelang leer gestanden, nachdem die Vorbesitzerin auf mysteriöse Weise im Moor verschwunden ist. Plötzlich gibt es eine Leiche. Und nichts ist mehr so, wie es zu Beginn des gemeinsamen Abendessens war.

"Die Jagd vom schwarzen Moor" ist der Titel des neuesten Krimi-Dinners, das auf der Godesburg Premiere feierte. Kein Platz blieb frei im festlich geschmückten Rittersaal. Dort tummelten sich (mal mehr, mal weniger) stilecht angezogene Gäste, die sich gemeinsam mit den Gastgebern auf die Jagd nach dem Mörder machten.

 Und das teilweise auch als Schauspieler. Christoph, Bernhard, Mario und Michael waren die erfolgreichsten Jäger. Allerdings mit Zweitjob. Denn sie trugen die Leichen zu Grabe. Miguel, Thorsten und Julia waren die Jungjäger, die ihre ersten Treffer verbuchen konnten: einen Fasan, eine Ente, einen Hasen und eine Kuh. "Wir sagen einfach, dass die Kuh den Hasen im Maul hatte und sagen, dass sie gewildert hat", beruhigte Jagdführer Campbell die Novizen.

Mit dabei - wenn auch nicht aktiv, sondern nur passiv beteiligt - waren auch Manfred und Bettina Krämer. "Es war ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau", sagte der 43-jährige Königswinterer. Die sei nämlich bekennenderweise "Tatortsüchtig". Außerdem genießen beide gerne. Was liegt da also näher, als gemeinsam zu einem Krimi-Dinner zu gehen?

Der stilechteste Schotte ist er übrigens auch noch. Lord Krämer war in einem komplett rot-blau karierten Outfit samt Kilt gekommen. Dass seine schottische Kleidung nicht aus den Highlands, sondern vom Karnevalsshop war, interessierte da wenig. Als Prämie bekam er eine Flasche Grauburgunder, die er sich wohl gemeinsam mit seiner Frau schmecken lassen wird.

Eine Flasche Wein gab es auch für denjenigen, der bei der Mörderjagd den besten Riecher bewiesen hat. Wer allerdings für die beiden Toten verantwortlich ist, wird nicht verraten. Das muss die Jagdgesellschaft schon selbst herausfinden.

Aufführungstermine: Die Mörderjagd auf der Godesburg geht weiter, und zwar am Donnerstag, 22. Dezember, Mittwoch, 18. Januar sowie an den Freitagen, 10. Februar, 16. März, 27. April, 18. Mai und 22. Juni, jeweils ab 19 Uhr. Tickets kosten 69 Euro inklusive Aperitif und Vier-Gänge-Menü. Reservierungen unter der Rufnummer (0228)316071 und (0201)201201, krimidinner.de.

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