Folge 1 der GA-Fahrradwochen: Die Sport-Tour durch das Siebengebirge | GA-Bonn

Folge 1 der GA-Fahrradwochen

Die Sport-Tour durch das Siebengebirge

BONN.  Mit der Sport-Tour durch das Siebengebirge starten am 1. Mai die GA-Fahrradwochen: Jede Woche stellen wir eine von insgesamt vier besonderen Radtouren durch das Verbreitungsgebiet vor. Dem ausführlichen Bericht folgt jedes Wochenende die GA-Tour für radbegeisterte Leser - jeweils begleitet von einem Redakteur und einem Mitglied des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club).
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Siebengebirge: Die Tour des General-Anzeigers mit Tourenleiter Ludwig Wierich (links) und GA-Redakteur Heinz Dietl stellt für Mountainbiker mit kniffliger Wegführung und anspruchsvollen Steigungen eine echte Herausforderung dar. Foto: Rüdiger Wolff

Ein Samstag im Frühling. Treffpunkt U-Bahnhof Ramersdorf. Rüdiger Wolff und Ludwig Wierich stehen mit ihren Rädern bereit für die Tour durchs Siebengebirge. Auf dem Programm stehen gut 30 Kilometer Strecke, mehr als 500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Wolff ist Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg, Wierich leitet regelmäßig Radtouren des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Beide begleiten auch die Sport-Tour für GA-Leser.

Erste Etappe: Ennertaufstieg

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Ludwig Wierich (69) fährt vor. Er ist in Oberkassel aufgewachsen und kennt sich aus im Ennert. Der erste Kilometer führt gleich zur ersten Steigung. 30 Höhenmeter nur, aber die bringen den Puls auf Betriebstemperatur. Kurzer Stopp an einer überwucherten Mauer: "Eine alte Verladerampe", sagt Wierich. In früheren Jahrhunderten wurde hier am Stingenberg noch Basalt abgebaut. 1900 waren rund 200 Personen in den Steinbrüchen beschäftigt. Mit Loren wurde der Basalt zur Verladerampe gebracht, eine Kleinbahn brachte die Steine herunter zu den Frachtschiffen am Rhein.

Eine Brücke führt über die laute B42. Wierich stoppt an einer Wiese. Hier hat er in seiner Jugend mit dem TuS Oberkassel Feldhandball gespielt. Rheinblick inklusive. Bei Kilometer 1,8 führt ein kurzer Fußweg in eine andere Welt. Der verwilderte Ort ist eingerahmt von senkrechten Basaltwänden. Wierich zeigt auf einen terrassenartigen Vorsprung. "Dort saßen die Zuschauer, und hier am See war die Bühne." Bühne? See? Vor 100 Jahren nutzten die Oberkasseler den wildromantischen Platz als Freilufttheater, am 15. Juli 1928 beispielsweise wurde die Operette "Das Mädel vom Neckarstrand" aufgeführt. Den Steinbruchsee nannten sie Märchensee. Heute ist das Gewässer verlandet.

Es ist ein Tour-Auftakt nach Maß. Denn auch der Naturschutz kommt zur Sprache. "Am Märchensee leben Uhus, die Zippammer brütet hier." Deshalb sollten weder Radfahrer noch Wanderer weiter vordringen. ADFC-Chef Wolff erklärt, dass die Touren des Verbandes ausschließlich auf offiziell freigegebenen Strecken der Bezirksregierung stattfinden.

Zweite Etappe: Rheinhöhenweg

Die nächste Steigung ist nicht ohne: Nach knapp 100 Höhenmetern ist der Rheinhöhenweg erreicht. Dort erwartet die Radfahrer ganz großes Kino an vier Aussichtspunkten. Am ersten ist die Märchensee-Kulisse von oben zu bestaunen. "Auf der Felsspitze habe sich früher die Liebespaare getroffen", erzählt Wierich. Am vierten Aussichtspunkt breitet sich die komplette Rheinromantik aus: Drachenfels, Nonnenstromberg, Petersberg und in der Ferne schon die Eifel. Bei Kilometer 3,2 ist der Waldparkplatz bei Vinxel erreicht.

Dritte Etappe: Zur Ruine

Beim Mountainbiken gilt es, sich die Kräfte gut einzuteilen. Zwischensprints oder gar Wettrennen sind fehl am Platz. Das raubt Kräfte, denn das Ziel ist noch weit. Ebenso gilt: kein Übermut bei Abfahrten. Rund 1000 Meter hinter dem Parkplatz verführt eine lange Abfahrt zu Tempo, der Untergrund (Waldboden mit etwas Schotter) mahnt zum moderaten Fahrstil. Flach verläuft die Anfahrt dann zum Kloster Heisterbach mit seiner Ruine (km 7,9). Auch dort stoppt der Tourenleiter und erzählt Wissenswertes aus der Geschichte dieser Abtei.

Vierte Etappe: Zum Stenzelberg

Hinter der Klostermauer geht es zur Sache. Die Steigung ist kurz, aber heftig: etwa zwölf Prozent. Wer sich seine Kräfte gut eingeteilt hat, wird kaum Probleme bekommen. "Aber auch Schieben ist hier keine Schande", sagt Wolff. Der Weg flacht ab, doch er führt mehr als zwei Kilometer hoch zum Stenzelberg. Hier wurde einst Latit abgebaut, bis vor wenigen Jahren durften sich Kletterer an den Vulkanwänden austoben. Die Radler legen eine längere Pause ein. "Auch diese Wiese war früher ein Feldhandballplatz." Mit Blick auf den Oelberg.

Fünfte Etappe: Auf den Gipfeln

Die Gruppe passiert das Ausflugslokal Einkehrhaus. Kurzer Anstieg auf Asphalt. Dann werden Biker-Träume wahr. Rosenau heißt der Abschnitt: breiter Weg, sanfter Waldboden, leichte Steigung bis zur Margarethenhöhe. Nach einem weiteren Kilometer biegt Ludwig Wierich scharf rechts ab. Steil und kräftezehrend geht es zum Drei-Seen-Blick, der diesen Namen trägt, weil Drachenfels und Petersberg den Rhein in "drei Seen" zu teilen scheinen. Dieser Ausblick sucht seinesgleichen. Die natürliche Aussichtsplattform ist mit 383 Metern die höchste Stelle der Tour. Streckenlänge bisher: 15,5 km.

Sechste Etappe: Die Burgen

Erholung beim Abwärtsrollen. Am Löwenburgerhof führt der Weg rechts ab zum Milchhäuschen im lauschigen Wald. Leichtes Gefälle und eine letzte kurze Steigung erneut auf Asphalt: Die Drachenburg ist erreicht. Dort wartet auf die Teilnehmer der GA-Tour am 5. Mai eine exklusive Führung.

Siebte Etappe: Das Finale

Von der Drachenburg führt die Tour, vorbei am Lemmerzbad, auf Asphalt recht steil herunter nach Königswinter. Relativ flach radelt die Gruppe nach Oberdollendorf zur finalen Einkehr im historischen Weingut Sülz.

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