Die Skeptiker melden sich zu Wort | GA-Bonn

Die Skeptiker melden sich zu Wort

An Festspielhaus-Plänen scheiden sich die Geister.

Bonn. (lis/val) In den begeisterten Chor der Festspielhaus-Befürworter mischen sich immer häufiger skeptische Stimmen. So beobachtet die Theatergemeinde (TG) Bonn, nach eigenen Angaben der größte Bonner Kulturverein, "mit Sorge, dass die kulturpolitische Diskussion dominiert wird von den Auseinandersetzungen um das geplante Festspielhaus".

Nach Ansicht der TG sollte der Vorschlag der Personalversammlung des Theaters diskutiert werden, die sanierungsbedürftige Oper durch einen Neubau zu ersetzen oder so umzugestalten, dass Räume für Konzerte, Theater und Musiktheater entstehen. Auch die Fraktion der Linken kann dieser Lösung einiges abgewinnen, denn "weitere Zusatzbelastungen für den Haushalt durch eine weitere Spielstätte sind nicht zu vertreten".

Auch die Grünen sind für die Suche nach Alternativen und begrüßten jetzt die Ankündigung von OB Jürgen Nimptsch, mit den "Daxen" auch über Alternativen zu den Planungen auf dem Gelände der Beethovenhalle zu diskutieren.

Einen eher aussichtslosen Standort favorisiert die wirtschaftskulturelle Vereinigung "Deutscher Werkbund": Er hält einen Platz neben dem Post-Tower für ideal. Dort wäre das Festspielhaus Höhepunkt in einem einmaligen Architekturensemble.

Mit Sorge blickt der Verein Freunde der Kammerspiele auf die "drohende Verkümmerung der Theaterkunst". Angesichts weiterer Etat-Kürzungen fordert er, dass Bonn eine Stadt mit vielseitiger Kultur bleiben müsse. Die öffentliche Förderung aufwändiger Sondervorhaben sei nur dann gerechtfertigt, wenn sie zur Konsolidierung des Haushalts beiträgt. "Priorität müssen der Erhalt und die angemessene Pflege vorhandener Spielstätten haben."

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