Hohe Gebühren in Bonn: Der Außen-Ausschank ist teuer | GA-Bonn

Hohe Gebühren in Bonn

Der Außen-Ausschank ist teuer

Bonn.  Der Flair einer Stadt entscheidet sich in ihren Straßen - in den Cafés, Bistros, Biergärten. Doch Bonner Gastronomen bezahlen hierfür einen hohen Preis: Zehn Euro kostet der Quadratmeter Außenterrasse in bester Citylage - "viel zu hoch", findet der Bund der Steuerzahler NRW.

Das Bier im Straßencafé ist in Bonn teuer. Oft genug geben die Wirte die hohen Gebühren, die sie für die Außengastronomie an die Stadt zahlen müssen, an die Gäste weiter. Foto: Marcel Dörsing

Aus einem Vergleich mit 29 NRW-Großstädten geht hervor: Nirgendwo muss ein Gaststättenbesitzer so viel für seine Terrassenfläche bezahlen wie in Bonn. Zum Vergleich: In Köln kostet der Quadratmeter lediglich 6,50 Euro. Und sogar Düsseldorf befindet sich mit 6,65 Euro deutlich unter dem Niveau von Bonn.

"Jede Forderung, die mehr als fünf Euro pro Quadratmeter beträgt, ist völlig unverhältnismäßig", sagt Heinz Wirz, Vorsitzender des BdSt NRW. Nach Ansicht der Stadt Bonn kann von Unverhältnismäßigkeit keine Rede sein. Die Höhe der Sondernutzungsgebühren ergebe sich auch aus dem erheblichen wirtschaftlichen Nutzen, der aus dem Betrieb einer Außengastronomie entstehe.

Wie lukrativ das Geschäft tatsächlich sei, zeige sich auch dadurch, dass die Außengastronomieflächen im Stadtgebiet jährlich wüchsen, lässt die Stadt wissen. Von Beschwerden von Betreibern wisse man nichts. "Mir ist nicht bekannt, dass dies ein Problem ist. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass vor zwei Jahren, als die Gebührensatzung geändert wurde, Beschwerden von den Gastronomen aufgekommen sind", sagt Bezirksbürgermeister Helmut Kollig.

Dass die hohen Gebühren die Gastronomen nicht direkt treffen, ist aber wenig verwunderlich. Die Mehrkosten werden oftmals an die Gäste weitergereicht. "Die Außengastronomie ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, der uns zwingt, diese Kosten leider an den Gast weiterzugeben", sagt beispielsweise Karola Scholz von der Gaststätte "Zum Gequetschten".

Nach Angaben der Stadt Bonn verkenne der BdSt in seiner Untersuchung aber, dass Gastronomen nicht unbedingt die hohe Gebühr von zehn Euro zahlen müssten. Es gebe nämlich auch die Möglichkeit, eine Pauschalgebühr zu zahlen. Da sich die übliche Außenterrassen-Saison im Regelfall nicht nur auf die wenigen Sommermonate, sondern auf acht Monate pro Jahr erstrecke, ergebe sich durch die Pauschalzahlung eine tatsächliche Sondernutzungsgebühr von sieben Euro.

Eine Rechnung, die nicht ganz aufgeht, findet Stephanie Havers: "Wer hat schon Lust, sich bei vier Grad nach draußen zu setzen." Tatsächlich zieht das Argument der Stadt nicht. Denn nicht nur Bonn bietet die Möglichkeit, die Gebühr als Festpreis zu zahlen. Köln nimmt nach dieser Rechnung 4,75 Euro pro Quadratmeter.

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