Bulldogge verletzt Bonner Tierpfleger schwer | GA-Bonn

Bulldogge verletzt Bonner Tierpfleger schwer

Es war der pure Albtraum: Ein eineinhalbjähriger Rüde rastet bei Übergabetermin im Bonner Tierheim völlig aus und wird sofort eingeschläfert.
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 Foto: dpa

Bonn. (ma) Es war der pure Albtraum, der sich am Freitagnachmittag im Welpenauslauf des Bonner Tierheims am Lambareneweg vor den Augen entsetzter Mitarbeiter und Besucher abspielte.

Der bis dahin im Tierheim völlig unauffällige American Bulldog Flicko, der gerade seiner neuen Familie übergeben werden sollte, rastete total aus, als Tierpfleger René Plamper ihm sein Geschirr anlegen wollte.

Das Tier wollte dem völlig überraschten Mann an die Gurgel gehen, aber das konnte Plamper, ein erfahrener Tierpfleger und engste Bezugsperson des erst eineinhalbjährigen Rüden, gerade noch verhindern. Der Hund zerfleischte die Wade des Tierpflegers, bevor es Tierheim-Mitarbeitern gelang, den rasenden Hund am Zaun des Auslaufs zu fixieren.

Während der schwer verletzte Tierpfleger in die Uni-Klinik gebracht wurde, schläferte ein sofort herbeigerufener Tierarzt das wütende Tier ein. Die Familie mit ihrem fünfjährigem Sohn, die Flicko ein neues zu Hause geben wollte, stand unter Schock, die Mitarbeiter des Albert-Schweitzer-Tierheims und die Vorsitzende des Bonner Tierschutzvereins, Barbara Töpfer, sind nach wie vor fassungslos.

"Herr Plamper ist Gott sei Dank auf dem Wege der Besserung und wird die Uniklinik am Wochenende wieder verlassen können, ohne bleibende Schäden, wenn man von den Narben absieht", versichert Töpfer. Bis heute kann sich keiner im Tierheim erklären, warum Flicko in diesem Moment total ausgerastet und über seine Vertrauensperson hergefallen ist. Am allerwenigsten René Plamper selbst.

Die Vorgeschichte: Der American Bulldog - in Nordrhein-Westfalen ein so genannter Anlage-2-Hund, nach dem Landeshundegesetz also ein "Hund bestimmter Rassen", die spezielle Auflagen erfüllen müssen - wurde im Februar dieses Jahres von einer Familie im Tierheim abgegeben.

Als Grund nannte sie, der Hund habe nach dem ältesten Sohn geschnappt. Im Tierheim zeigte sich Flicko absolut friedfertig. Er wurde nach Anweisung von Töpfer ausschließlich von Tierpfleger Plamper betreut, der auch mit ihm Gassi ging und keine Auffälligkeiten feststellen konnte, so Töpfer. Schließlich interessierte sich die Familie mit dem fünfjährigen Sohn für die Bulldogge, der verwandt mit dem deutschen Boxer ist und durchaus als Familienhund gilt. Flicko habe sich von dem kleinen Jungen sogar Bällchen aus dem Maul nehmen lassen, berichtet Töpfer.

Am vergangenen Freitag sollte schließlich die Übergabe stattfinden, nachdem sich Flicko auch bei mehreren gemeinsamen Spaziergängen als unproblematisch gezeigt hatte.

Und dann passierte es. "Wir hatten panische Angst, dass der Hund über den Zaun des Auslaufs springen könnte und ein Blutbad anrichtet", beschreibt Töpfer die schrecklichen Minuten.

"Es ist für uns ein völliges Rätsel, wie es dazu kommen konnte. Wir hatten alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen." Töpfer glaubt, dass die Ursache dieser Unberechenbarkeit in der Prägephase des Hundes liegen muss. "Wir werden versuchen, das zu klären."

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