- Home
- Bonn
- Region
- News
- Sport
- Familie
- Wetter
- Verkehr
- Freizeit
- Anzeigen
- Abo
- Dialog
Bonner prellte Versicherung um Millionen
Von Benjamin Jeschor
Für zwei Jahre und acht Monate muss ein 63 Jahre alter Versicherungsmakler ins Gefängnis. Die Richter der Wirtschaftsstrafkammer verurteilten den Bonner am Donnerstag wegen gewerbsmäßigen Betruges in 401 Fällen. Der Makler hatte immer wieder Anträge für Lebens- oder Rentenversicherungen eingereicht - und strich mehr als drei Millionen Euro Provisionen ein.
Bonn. Für zwei Jahre und acht Monate muss ein 63 Jahre alter Versicherungsmakler ins Gefängnis. Die Richter der Wirtschaftsstrafkammer verurteilten den Bonner am Donnerstag wegen gewerbsmäßigen Betruges in 401 Fällen. Zwischen 2003 und 2007 hatte der Makler laut Urteil immer wieder Anträge für Lebens- oder Rentenversicherungen eingereicht. Und strich mehr als drei Millionen Euro Provisionen ein.
Der Schaden für den Versicherungskonzern beläuft sich laut Urteil allerdings lediglich auf knapp 1,9 Millionen Euro. Offenbar hatte der 63-Jährige mit den an ihn ausgezahlten Provisionen die Beiträge bedient. Der Angeklagte, der im Vorstand des Bonner SC war, hatte "eine Liebe zu schönen Autos und Fußball", so der Vorsitzende Richter Jens Rausch.
Ende der 90er entwickelte der 63-Jährige ein Sponsoringmodell, das sich als "Schneeballsystem" herausstellte: Er ließ Spieler Versicherungsanträge unterzeichnen und bezahlte die Beiträge selbst. Gedacht war, dass die Fußballspieler, die den Verein verlassen, die Beiträge ab diesem Zeitpunkt selbst bezahlen.
Als dann abgewanderte Spieler die Verträge jedoch kündigen wollten, sah der Angeklagte laut Urteil "seine Felle davonschwimmen". Um die Versicherungsbeiträge weiter begleichen zu können, wurden etliche Anträge gefälscht. "Er erkannte, dass er in einem Kreislauf gefangen war. Das Scheitern war programmiert."
Das Gericht geht davon aus, dass die Betrügereien erst so spät auffielen, weil es laut Rausch "so gut wie keine Kontrollmechanismen gab". In dem Konzern habe es eine Reihe von Umstrukturierungen und "sehr zersplitterte Zuständigkeiten" gegeben.
Im September 2008 war der Makler festgenommen worden. Bei der Durchsuchung hatten die Ermittler ein völliges Chaos angetroffen. So wurden beispielsweise Briefe gefunden, die schon Jahre ungeöffnet herumlagen.
Im Prozess hatte der nicht vorbestrafte Angeklagte, der während seiner einmonatigen Untersuchungshaft einen Schlaganfall erlitten hatte, ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Artikel vom 15.04.2011
Leserfavoriten
- Unfall auf der A3 Kilometerlanger Stau nach Lkw-Karambolage
- Beamte bitten um Mithilfe Polizei sucht hilflosen Mann in Sankt Augustin
- Welterbekomitee lenkt ein Seilbahn bei Koblenz darf bis 2026 fahren
- Von Kardorf nach Santiago de Compostela Herbert Gatz fuhr mit seinem Traktor in die spanische Pilgerstadt
- Sommer in der Region Menschen in Vorgebirge und Voreifel strömten ins Freie
- Wetter Bis zu 37 Grad - Sahara-Hitze ließ Deutschland stöhnen
- Vorbilder aus dem Fernsehen 13-Jähriger tötet Fünfjährige in "Wrestler"-Manier
- "Moderne Sklaverei" in Ohio Geistig behinderte Mutter und Kind zwei Jahre wie Sklaven gehalten
- Sohn weiter vermisst Krokodil schnappt schwangere Frau von Holzbrücke – tot
- Krimi-Reihe Tatsachen zum Ende der "Tatort"-Saison
- Proteste gegen Nullrunde für Beamte Lehrergewerkschaft sammelt 19.000 Unterschriften
- Verteidigungsminister De Maizières Heimspiel in der Redoute
- Nullrunde für NRW-Beamte Gutachter zerpflückt Krafts Paket
- G8-Treffen am Lough Erne Acht Gipfelstürmer mit Friedensauftrag
- Neues Gesetz Wirte planen Volksbegehren gegen NRW-Rauchverbot



