Erweiterung der MVA

Bonner Stadtwerke wollen mehr Platz für den Müll

BONN.  Nach 20 Jahren Betrieb planen die Stadtwerke eine Vergrößerung der MVA. Dadurch soll nicht mehr Müll verbrannt werden können, jedoch der Müllbunker erweitert werden. "Nicht ganz die Hälfte soll noch mal dran", hatte MVA-Geschäftsführer Manfred Becker bei der Vorstellung der Pläne gesagt. Das Gebäude soll sich dann bis an die Straße Am Dickobskreuz ausdehnen.
In der Krankanzel wird der Greifer bedient. Er mischt Müll und packt ihn auf die Roste.
								Foto: SWB
In der Krankanzel wird der Greifer bedient. Er mischt Müll und packt ihn auf die Roste. Foto: SWB

Das Grundproblem ist, dass der Müllbunker, in den seit 20 Jahren jeden Tag Müllautos ihre Fracht kippen, starke Verschleißspuren aufweist. Vom Betonfußboden des 35 Meter hohen Bunkers hat der tonnenschwere Krangreifer teilweise zehn Zentimeter abgefräst. Eine Untersuchung vor zwei Jahren ergab: Es ist Zeit für eine Sanierung. Dies im laufenden Betrieb zu tun, ist ein zu großes Risiko für die Arbeiter, hieß es. Die Alternative, die Anlage ein halbes Jahr lang abzuschalten, komme aus Kostengründen nicht infrage. Die Stadtwerke wollen deshalb einen Ersatzbunker bauen, der während der Sanierung (und danach) Abfälle aufnimmt.

Dieser Anbau kostet 13,5 Millionen Euro, die reinen Sanierungskosten des alten Müllbunkers werden auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Die Erweiterungspläne sind genehmigungspflichtig nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Eine endgültige Entscheidung durch den MVA-Aufsichtsrat steht noch aus.

Keinen Einfluss soll das aber auf die Verbrennungspreise haben, die seit 1996 stabil sind. Im Gegenteil: Die werden laut Becker nächstes Jahr um rund drei Prozent pro angelieferter Tonne Müll sinken. "Das liegt daran, dass große Teile der MVA abgeschrieben sind." Mit einem zweiten Müllbunker hätten die SWB auch in den Folgejahren gute Karten, weil das die Lagerkapazität erhöht und vermeidet, dass Müllengpässe während Feiertagen entstehen. Durch mehr Abkippstellen verkürze sich zudem die Wartezeit der Müllfahrzeuge und es gebe weniger Rückstaus.

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