"Blitz-Marathon": Bonner Autofahrer meist vorbildlich

Düsseldorf.  1400 Messstellen, 3000 Polizisten: Auf den Straßen Nordrhein-Westfalens findet seit Freitagmorgen der größte «Blitz-Marathon» in der Geschichte des Landes statt. Die Bonner Polizei registrierte bis 16.00 Uhr lediglich 66 Geschwindigkeitsverstöße.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) und Duisburgs Polizeipraesidentin Elke Bartels posieren in Duisburg während einer Geschwindigkeitskontrolle hinter einem Radarmessgerät.

Bei der größten Tempo-Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag mehrere Autofahrer trotz Vorwarnung mit Vollgas in die Radarfallen gefahren. In Duisburg sei ein Fahrer mit Tempo 100 unterwegs gewesen, obwohl nur 50 Stundenkilometer erlaubt waren, berichtete das NRW-Innenministerium am Freitag. Ein anderer Chauffeur raste innerorts in Düsseldorf mit 95 Stundenkilometern durch eine Kontrolle.

Allgemein zeigten sich die Verkehrsteilnehmer aber diszipliniert - so auch in Bonn. Wie die Bonner Polizei berichtet, musste sie nur wenige Tempo-Sünder aus dem Verkehr ziehen. Das galt insbesondere für den innerstädtischen Bereich. Auf der Pützchener Chaussee und der Oberkasseler Straße hielten sich alle
Autofahrer an die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten.

Ein anderes Bilder bot sich auf dem Bonner Konrad-Adenauer-Damm in Bonn-Duisdorf und auf der Landstraße 163 zwischen Flerzheim und Morenhoven. Hier wurde das Tempolimit mehrfach deutlich überschritten. Ein Bußgeld von 120 Euro und drei Punkte in Flensburg erwarten einen Autofahrer, der mit 84 Stundenkilometern bei erlaubten 50 Km/h gemessen wurde. Bis 16.00 Uhr registrierte die Bonner Polizei insgesamt 66 Geschwindigkeitsverstöße. Die Kontrollen dauern noch bis Samstag, 06.00 Uhr, an.

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Der «Blitz-Marathon» war als Reaktion auf die wieder gestiegene Zahl von Verkehrstoten breit angekündigt worden. «Die Autofahrer sind merkbar sensibel», berichtete ein Sprecher des Innenministeriums. Von 6.00 Uhr an überwachte die Polizei im ganzen Land die Geschwindigkeit. Polizei und Kommunen wollten 24 Stunden lang mit 3000 Beamten an insgesamt 1400 Orten kontrollieren. Das Innenministerium hat eine Liste mit den Messstellen veröffentlicht.

Der Dauerfrost sollte kein Hindernis für die Radarkontrollen sein. Es gebe genügend Radarmessgeräte in Streifenwagen, die auch bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius funktionieren, hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) versichert. Das Landesamt für polizeiliche Dienste hatte die Beamten zuvor darauf hingewiesen, dass Tiefsttemperaturen die Einsatzfähigkeit der Blitzer beeinträchtigen könnten.

Jäger hat den «Blitz-Marathon» als Reaktion auf die erstmals seit Jahren im vergangenen Jahr wieder gestiegene Zahl von Unfalltoten in Nordrhein-Westfalen angeordnet. «Ziel unserer Aktion sind nicht mehr Knöllchen, sondern weniger Verkehrstote», betonte er.

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