Alle Freibäder in Bonn sollen im Sommer öffnen

BONN.  Bei dieser Nachricht dürfte es vielen Bonnern trotz frostiger Temperaturen warm ums Herz werden: Die schwarz-grüne Ratsmehrheit will alle Freibäder in diesem Sommer öffnen lassen. Das teilten beide Fraktionen schriftlich mit.

Der Sommer kann kommen: Wie bisher sollen alle Freibäder, so auch das Hardtbergbad, wieder öffnen. Foto: Barbara Fromann

"So unheilvolle Diskussionen wie in der Vergangenheit um die Bonner Freibäder wollen wir auf keinen Fall mehr führen", erklärte CDU-Ratsherr- und Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger den gemeinsamen Antrag von Schwarz-Grün für die Sitzung des Sportausschusses am 14. Februar. Die Hängepartien um Schließung oder Öffnung der Freibäder wie in den Vorjahren sei den Bonner Bürgern nicht mehr zuzumuten.

Zur Erinnerung: Im Februar 2011 entbrannte im Rathaus ein heftiger Streit zwischen den Ratsfraktionen und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD), der das Melbbad und das Friesdorfer Freibad schließen beziehungsweise gar nicht mehr öffnen wollte.

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Ein Freibad pro Stadtbezirk sei angesichts der desolaten Haushaltslage genug, hatte er die unpopuläre Entscheidung begründet und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst - auch bei den eigenen Parteifreunden. Immerhin war das Melbbad gerade erst für rund drei Millionen Euro saniert worden.

Im Jahr zuvor sollten das Römerbad und das Panoramabad in Rüngsdorf geschlossen bleiben. Das Römerbad habe ohnehin kein Kinderplanschbecken mehr. Und beim Panoramabad gebe es erhebliche Frostschäden an den Fliesen, die für 70.000 Euro beseitigt werden müssten, lautete damals die Begründung. Der Rat machte der Verwaltung indes in allen Fällen einen Strich durch die Rechnung und setzte nach heftigen Auseinandersetzungen und bangen Zitterpartien für die Fördervereine des "Friesi", des Panorama- und Melbbades die Öffnungen der Bäder durch.

"Solange das Bäderkonzept nicht auf dem Tisch liegt, wird kein Bad geschlossen", betonte Fenninger. Nach jetzigem Stand soll es in vier Wochen auf den Tisch, doch Fenninger ist skeptisch: "Das Konzept lässt doch schon seit Jahren auf sich warten." Um einen reibungslosen Badebetrieb zu gewährleisten, solle die Verwaltung umgehend alle Winterschäden beseitigen und mit den Fördervereinen eventuell nötige Vereinbarungen treffen, damit auf jeden Fall die Bäder öffnen könnten.

Darüber hinaus solle sichergestellt werden, dass ausreichend Personal für den Betrieb der Freibäder zur Verfügung steht. "Wir erwarten von der Verwaltung, dass die Erstöffnungszeiten der Freibäder flexibel an die Wetterbedingungen angepasst werden", forderten zudem die Sportpolitiker von CDU und Grünen, Willi Härling und Angelica Kappel.

Nimptsch äußerte sich gestern auf GA-Nachfrage verhalten zum schwarz-grünen Bäderantrag: "Es ist bekannt, in welcher schwierigen Haushaltssituation sich die Stadt befindet. Bekannt ist auch, dass wir zurzeit ein Bäderkonzept erarbeiten. Vor diesem Hintergrund müssen wir sehr genau abwägen, wie wir aktuell mit dem Thema umgehen", sagte er.

Der Verwaltungsvorstand werde sich am kommenden Dienstag damit befassen. Im Übrigen sei es von den Winterschäden in den Freibädern abhängig, welches Bad geöffnet werden könne.

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