Gesetze zwischen Abschreckung und Bevormundung

Zu den Berichten "Bald striktes Rauchverbot in der Kneipe" vom 30. November sowie "Europa macht Front gegen die Gefahren des Rauchens" vom 20. November
Rigorose Verbote und höhere Tabaksteuern schrecken Raucher nicht ab. FOTO: PA/DPA

Es war klar, dass diese Gesetzesänderung viel Staub aufwirbeln wird, auch wenn es hier um eine Sache geht, die in anderen Ländern schon jahrelang tadellos funktioniert. Ich hätte gedacht, dass sich viel mehr Nichtraucher zu Wort melden, und war erstaunt wie extrem manche Raucher ihre Meinung formulierten. Mir schien es, als würden die meisten Raucher, die sich hier zu Wort gemeldet haben, keinen Gedanken an die Nichtraucher verschwenden. Dabei weiß ich als Ex-Raucher, dass es auch anders geht und ein gemeinsames Miteinander möglich ist, und zwar dann, wenn man die Freiheit des andern respektiert.

Warum sollten Großveranstaltungen zerstört werden, wenn die Raucher dauernd nach draußen laufen müssen? Dieses Argument ist in der Diskussion häufiger gefallen, aber niemand kam mal auf die Idee zu hinterfragen, ob die Raucher überhaupt nach draußen laufen müssen. Kann man nicht mal zwei, drei Stunden lang auf die Zigarette verzichten? Es wäre doch schön, wenn sich auch mal die Nichtraucher in einem großen Zelt wohlfühlen könnten. Feiern, ohne dass einen unangenehmer Qualm belästigt und man nicht stinkt wie ein voller Aschenbecher, wenn man nach Hause kommt.

Genauso betrifft das die kleinen Kneipen: Wer sagt denn, dass sich jetzt nicht auch mal die Nichtraucher aus ihren Löchern trauen und sich auch an die Theke setzen? Als Unternehmer muss man flexibel sein, und so werden diejenigen, die auch fähig sind, einen Plan B zu entwickeln, überleben. Den Ärger über bereits getätigte Investitionen kann ich allerdings gut nachvollziehen, das hätte man besser lösen müssen, indem man dieses Gesetz sofort in dieser Konsequenz erlassen hätte. Aber wenn wir gerade von Konsequenz sprechen: Wann geht eigentlich mal ein Politiker an den Widerspruch ran, dass der Staat einerseits mit Suchtmitteln über die Steuern sehr viel Geld einnimmt, andererseits den Konsum einschränkt?

Angelika Elfeld, Bornheim

 

Mit Ekelbildern gegen den blauen Dunst: Wenn diese wirklich ekligen Bilder bald auf Zigarettenschachteln erscheinen, frage ich mich was dann mit den Kindern ist, welche sich diese anschauen müssen? In jedem Kiosk gibt es neben Zigaretten auch Zeitschriften, Süßigkeiten und Schulbedarf.

An jeder Supermarktkasse liegen Zigarettenschachteln offen aus. In letzter Konsequenz wäre dann ein der Hinweis nötig: " Jugendliche unter 18 Jahre kein Zutritt und Kinder vor Betreten der Kasse am Infopoint abgeben."

Ich bin seit vier Jahren Nichtraucherin, und trotzdem stört es mich , dass Brüssel die EU-Bürger zu unmündigen Menschen degradiert.

Nur wenn es ans Geld geht, dann sind wir gefragt, auch wenn manche Ausgaben noch so unsinnig sind.

I. Wischnewski, Bonn

 

Leider hat man bei der EU-Kommission noch nicht verstanden, dass einen lange vor dem Lungenkrebs oder jedwedem anderen durch Rauchen initiierten Krebs die COPD (Chronisch-obstruktive Bronchitis) erwischen kann.

Ich wiederhole: Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wird in den nächsten Jahren weltweit jede/r Dritte an den Folgen der COPD versterben. Deshalb spricht man von der "heimlichen Volkskrankheit". Das heißt: Jahrelange Atemnot, die die Brust bis zu einem gnädigen Tod immer enger werden lässt.

Geka Harbauer,

COPD- und LOT-Selbsthilfegruppen,

Bonn / Rhein-Sieg

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