Frauen haben falsche Berufe

Zum Bericht "Besser ausgebildet, schlechter bezahlt" vom 18. Dezember

Die OECD hat wieder einmal zugeschlagen, und der GA greift das Thema auf. Fairerweise sollten Sie mal auf die Rolle von MINT zu sprechen kommen. Das ist ein englisches Wort und bedeutet soviel wie gut, spitze, erstklassig. Gleichzeitig ist es aber auch die Abkürzung für Mathematik/Informatik/Naturwissenschaften/Technik.

Aber warum schreiben Sie nicht mal, dass auch frau in diesen Fachrichtungen Geld verdienen kann? Mein Respekt vor Germanistik, Anglistik, Soziologie - die intellektuelle Leistung ist mindestens vergleichbar mit den MINT-Studienrichtungen. Aber der Markt nimmt Germanist(innen) nun mal nur im begrenzten Maße auf im Gegensatz zu den "MINTs".

Das wusste schon Adam Smith: Die Nachfrage bestimmt den Preis beziehungsweise hier: die Vergütung. Die genannte 27:25 Relation, mal abgesehen von dem "gewaltigen" Unterschied von vollen zwei Prozentpunkten, sieht in diesem Lichte ganz anders aus. Mein Respekt auch vor den Leistungen einer Krankenschwester etwa, sie würde sicherlich wirklich mehr verdienen. Doch der KfZ-Mechaniker bekommt nun mal mehr. Oder sollen wir die Marktwirtschaft abschaffen?

Die Wahl des Berufes entscheidet, mit wie viel Einkommen jemand dasteht. So erklärt sich auch die gebetsmühlenartig wiederholte Diskriminierungskonstante von 23 Prozent Verdienstunterschied Männer/Frauen: Frauen haben die falschen Berufe. Was meinen Sie denn, warum es den Girls' Day unter Ausschluss der sicher viel mehr interessierten Jungs gibt? Doch nur, um die Mädchen an die gut verdienenden technischen Berufe heranzuführen

Alfred Karger, Troisdorf

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