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Von Ayla Jacob
Bonn. Einen Tag nach dem Abiball geht es los. Am Samstagmorgen, um genau zu sein. Dann starten Pinchas Nürnberg, Robin Röscheisen, Ramin Fleckner und Julian Feldmann ihre große Tour. Bis zum 11. September sitzen die 19-Jährigen im wahrsten Sinne des Wortes in einem Boot.
Vor der großen Tour: Julian Feldmann, Robin Röscheisen, Ramin Fleckner und Pinchas Nürnberg. Foto: Stepin GmbH
Denn die vier fahren gemeinsam quer durch sieben Länder: 2 515 Kilometer, von Deutschland bis nach Rumänien - und das mit dem Ruderboot. Doch es wird nicht nur gerudert. Denn die vier berichten - wenn möglich - via Internet über ihre Reise. "Wir nehmen an der TID, der Tour International Danubien, teil", sagt Ramin Fleckner.
Damit sind die 19-Jährigen nicht allein. "Hauptsächlich fahren Kanus mit. Insgesamt werden es mehr als 100 Teilnehmer sein", schätzt Ramin Fleckner, der - wie der Rest des Quartetts - sein Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium gemacht hat und Mitglied im Schüler-Ruder-Club ist. "Die meisten rudern aber etappenweise mit", fügt Pinchas Nürnberg hinzu.
Nicht so die vier Bonner, die schon mehrmals gemeinsam mit dem Ruderboot unterwegs waren. Wenn auch noch nie so lange wie dieses Mal: Zehn Wochen werden sie auf Reisen sein. Los geht es in Ingolstadt, wo ihr Boot bereits auf sie wartet. Von dort aus geht es durch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien bis nach Rumänien - immer die Donau lang. Von Bukarest geht es dann mit dem Flugzeug wieder in Richtung Heimat.Seit Anfang des Jahres planen die Abiturienten ihre Rudertour. "Ein bisschen Action muss schon sein", erklärt Ramin Fleckner, warum die vier unbedingt an der TID teilnehmen wollten. "Außerdem ist es eine Art von Freiheit, die man hat. Man kommt abends am Ziel an, man kann machen, was man will. Und wir machen auch noch Sport", meint Pinchas Nürnberg. Jeden Tag muss das Quartett 20 bis 70 Kilometer hinter sich bringen.
Kein Problem, meint Julian Feldmann. "Für die Kanuten wird es zwischendurch wohl anstrengender werden. Wir sind mit dem Ruderboot aber schneller." Soll heißen, dass die Nächte länger sind. Denn wenn die Kanuten um 6 Uhr ablegen, können sich die Bonner noch ausruhen. "Wir müssen dann so gegen 11 Uhr starten", sagt Pinchas Nürnberg.
Ist das Tagespensum vollbracht und die Sportler legen an den festgelegten Stellen an, steht Feiern und Zelten auf dem Programm. "Es gibt dann so eine Art Volksfest. Die Ortsvereine kochen für uns, es gibt ein Programm. Da ist immer was los", sagt Julian Feldmann. Die Völkerverständigung stehe im Vordergrund, erklärt Ramin Fleckner.
Das sei der Charakter der Fahrt. "Die Helfer treffen sich vorher und planen die Abende." Nicht jeden Tag verbringen die TID-Teilnehmer auf dem Wasser. Teilweise haben sie Aufenthalt, können sich die Städte anschauen. Zurück in Deutschland, stehen Studium, Ausbildung, Zivildienst und Praktikum auf dem Programm. Und wenn das Wort Abiball fällt, dann werden sich die vier wohl immer an ihr Abenteuer erinnern: Die Tour durch sieben Länder - mit dem Ruderboot.
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