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Bonner Einzelhändler wollen das Festspielhaus

Von Rolf Kleinfeld

Bonn. Nur ganz wenige leer stehende Geschäfte in der Bonner Innenstadt, die Ein-Euro-Läden fast komplett verschwunden, ein Trend zu mehr Qualität und ein guter Branchenmix: Eigentlich könnten die Bonner Einzelhändler ganz zufrieden sein.

Die Sternstraße ist in Bonn eine 1a-Lage. Doch nur mit kleinteiligen Läden ist es nicht getan. Der City mangelt es seit Jahren daran, dass es keine neuen, großen Verkaufsflächen gibt.  Foto: Barbara Frommann

Die Sternstraße ist in Bonn eine 1a-Lage. Doch nur mit kleinteiligen Läden ist es nicht getan. Der City mangelt es seit Jahren daran, dass es keine neuen, großen Verkaufsflächen gibt. Foto: Barbara Frommann

Obwohl: Da ist einerseits der Mangel an neuen, attraktiven Großflächen für den Handel, der immer wieder beklagt wird, andererseits die Diskussion um Projekte, mit denen Bonn wuchern und Touristen anlocken kann. Und da sind besonders das World Conference Center (WCCB) und das geplante Beethoven-Festspielhaus als Hoffnungsträger für künftige Umsätze des Handels.

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"Das Festspielhaus muss kommen", sagte Oliver Hoffmann, Vorsitzender des Vereins City-Marketing der Geschäftsleute, am Dienstag bei einer Pressekonferenz, schränkte aber in gleichem Atemzug ein: "Aber es muss eine seriöse Finanzierung dahinter stehen und darf kein zweites WCCB geben."

Außerdem dürfte es dafür keine Einsparungen bei sozialen Projekten geben.

Wenn das geklärt sei, stehe aber für die Vereinigung der City-Händler fest: Ein neues Festspielhaus und die alte Beethovenhalle seien nebeneinander nicht zu finanzieren.

"Deshalb", so findet Hoffmann, "darf die Beethovenhalle dem Festspielhaus geopfert werden." Das Ziel müsse sein, Bonn international bekannter zu machen. "Wer kennt denn schon die Bundesstadt, aber jeder kennt Beethoven."

Die geplanten neuen Einkaufscenter in Grafschaft, Siegburg und Roisdorf machen den Bonner Einzelhändlern zusätzliches Kopfzerbrechen. Sie fordern von der Stadt Bonn einen Masterplan, in dem künftige Entwicklungen festgeschrieben werden. Denn: "Die Vielfalt einer funktionierenden Innenstadt kann ein künstlich aufgebautes Einkaufszentrum nicht bieten."

Zu den Verbesserungsmöglichkeiten gehört auch die Kommunikation: Im Vorfeld der Kennedybrücken-Vollsperrung zwischen Weihnachten und Neujahr sei mit dem City-Marketing Verein nicht gesprochen werden - obwohl es sich um eine umsatzstarke Zeit gehandelt habe.

Und überhaupt sei der Handel in der Vergangenheit von der Stadtverwaltung stiefmütterlich behandelt worden. "Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass sich das mit dem neuen Oberbürgermeister ändert", so Hoffmann.

Ach ja, da wären ja noch die Bürger, die den Traum einer schöneren Innenstadt träumen und die noch bis Samstag eine Fotoausstellung in der Buchhandlung Böttger (Maximilianstraße 44) veranstalten - unter dem Motto: "Wem gehört eigentlich der öffentliche Raum?"

Deren Aktion, die hässlichen Stromkästen, Mülleimer und den Plunder im Stadtbild zu beseitigen, unterstützt der Verein City Marketing. "Aber man kann auch nicht wie in einem Museum in Schönheit sterben", findet Hoffmann. "Wir müssen auch Neues wagen." Hätte man damals auf die Kritiker gehört, würde in Bonn heute kein Post-Tower stehen.

Artikel vom 10.03.2010
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