zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation
Informationen zum GA-Design
Bedienhilfen
Von Bettina Köhl
Bonn. Der Bootfarn mit den armdicken Blattstielen darf bleiben, wo er ist. Es dürfte auch schwierig werden, die riesige Pflanze umzutopfen. Bei der Lippenstiftpalme, die passend zum Namen kräftiges Rot aufgelegt hat, sieht das schon anders aus. Die Mitarbeiter der Botanischen Gärten haben zurzeit alle Hände voll zu tun.
Der riesige Bootfarn ist eine von fünf Pflanzen, die stehen bleiben dürfen. Wilhelm Barthlott erklärt im Regenwaldhaus die Renovierungspläne. Foto: Barbara Frommann
Sie müssen einen kompletten Regenwald umsiedeln, damit das dazugehörige Glashaus saniert werden kann. Bis Sommer 2011 bleiben die Gewächshäuser an der Meckenheimer Allee geschlossen, denn die Baustelle liegt direkt am Eingang. 950 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II hat die Universität Bonn für die Renovierung ihres Regenwaldhauses bekommen.
Es wurde Ende der 70er Jahre neu aufgebaut, steht aber auf den Fundamenten der alten Anlage von 1920. Das Heizungssystem ist marode, die hölzernen Wegbegrenzungen sind verfault, die Glasfenster blind und schlecht isoliert. "Wir heizen Poppelsdorf", sagt Kustos Wolfram Lobin. Auch der Pflanzenbestand sei überaltert und aus der Form geraten, erklärt Professor Wilhelm Barthlott, Direktor der Botanischen Gärten.Er zeigt auf die Seychellennuss. "Wenn die so weiterwächst, würde sie das Dach abheben", erklärt Barthlott. Eigentlich ist die Pflanze mit den riesigen Samen eine Hauptattraktion, einen entsprechend prominenten Platz hat sie nicht. Eine Palme drängelt von rechts, ein Ingwer schiebt sich in den Hintergrund. Auch die Steinwand an der Stirnseite des Hauses ist völlig überwuchert. Hier soll künftig ein kleiner Wasserfall in ein Bassin plätschern.
"Vieles, was wir hier zum Beispiel in die Technik investieren, wird der Besucher allerdings später nicht sehen", sagt Barthlott. Das große Seerosenbecken im Victoriahaus ist inzwischen ausgeräumt. Hier ist Platz, um etliche Pflanzen in Kübeln zwischenzulagern. Aber nicht alle. Fünf Pflanzen sind laut Markus Radscheit, technischer Leiter der Botanischen Gärten, so wertvoll und einzigartig, dass sie während der Bauarbeiten stehen bleiben müssen.
Der Zeitplan ist unverrückbar, denn die Arbeiten an der Heizung müssen in den warmen Monaten erledigt werden. "Ein unersetzlicher Pflanzenbestand wäre gefährdet, wenn die Renovierungsarbeiten nicht fristgerecht fertig werden", betont Barthlott. Während der Renovierung können Besucher nur bei gebuchten Führungen einen Blick in die Gewächshäuser werfen. Barthlott verspricht, dass die Vielfalt des Lebensraums Regenwald mit dem neuen Konzept umso deutlicher wird.
Er beherberge immerhin mehr als 50 Prozent aller bekannten Arten und sei damit ein wahrer Brennpunkt der Biodiversität. Die Bonner besitzen bereits exotische Pflanzen wie die Pfeifenblume, die mitten in der Blüte eine Pilzattrappe trägt und so Insekten anlockt. Eine neue Attraktion für das sanierte Regenwaldhaus hat sich Markus Radscheit in der vergangenen Woche bei Kollegen in Berlin gesichert. Die Botanischen Gärten tauschen untereinander, seit seltene Pflanzen nicht mehr gesammelt werden dürfen. Bonn bekommt einen uralten Palmfarn mit einem 2,50 Meter hohen Stamm. Das Besondere: Er sieht aus wie eine Palme, ist aber ein Nadelbaum.
06:23 Nach Familiendrama: Junge weiter in Lebensgefahr
06:21 Sarrazin-Thesen entfachen Integrationsdebatte
Mini-Abo: Lesen Sie in unserer Serie alles über die kulinarischen Höhepunkte in der Region.
Für zwei Tage verwandeln sich Hauptstraße, Kirch- und Marktplatz in eine bunte Flaniermeile.
Sackgassen, Kreuzungen, Abzweigungen: Bereits zum vierten Mal hat der Irrgarten in Vinxel geöffnet.
Ausgewogen Geld anlegen. Sonderveröffentlichung in Zusammenarbeit mit der Sparkasse KölnBonn.