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Von Bernd Leyendecker
Bonn/Region. 139 Fälle von Schweinegrippe (Neue Grippe) sind bisher dem Bonner Gesundheitsamt gemeldet worden - doch geimpft wurde noch niemand, weil dem städtischen Amt der Impfstoff noch nicht zur Verfügung steht. Doch Ende dieses Monats soll die Impfaktion starten. Beim Gesundheitsamt, dass das Land NRW zur Koordinierungsstelle ernannt hat, laufen bereits die Vorbereitungen.
Impfen gegen die Neue Grippe dürfen Betriebsärzte sowie niedergelassene Ärzte, die auch sonst in ihrer Praxis Impfungen durchführen - also Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen und Kinderärzte. Sie müssen ihren Bedarf an Impfstoff beim Gesundheitsamt anmelden, das die Bestellungen sammelt und den Ärzten dann zuweist.
Die ersten Dosen des Impfstoffs sind für besondere Gruppen reserviert; dazu gehören Personen, die im Gesundheitswesen vorwiegend mit Patienten in Kontakt kommen ebenso wie Feuerwehrleute, Polizisten oder chronisch Kranke. "Die Impfung ist kostenfrei", teilte das Gesundheitsamt mit.
Im Siegburger Kreisgesundheitsamt heißt es ebenfalls, die Vorbereitungen auf die Impfaktion liefen planmäßig; man warte nun auf den Impfstoff. 160 Fälle der Neuen Grippe seien bisher gemeldet worden.
Der Leitende Betriebsarzt der Bonner Universität, Leo Packbier, sagte dem GA, die Impfung gegen die "normale" Grippe helfe auch, ein Zusammentreffen des saisonalen Grippe-Virus mit dem neuen H1N1-Virus (Neue Grippe) zu verhindern. "Dabei könnte sich nämlich der Erreger der Neuen Grippe verändern und eventuell gefährlicher werden", sagte Packbier, der zugleich für Impfungen gegen die Influenza wirbt, an der nach seinen Angaben jährlich zwischen 8 000 und 15 000 Menschen sterben.
"Auch wenn über die Neue Grippe zurzeit viel berichtet wird, darf gerade die saisonale Grippe keiner auf die leichte Schulter nehmen." Sein Appell an die Bevölkerung: "Lassen Sie sich am besten gegen beide Grippen impfen."