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Von Rolf Kleinfeld
Bonn. Der neue Oberbürgermeister wird aller Voraussicht nach Jürgen Nimptsch sein, glaubt man dem auf politische Wahlforschung spezialisierten Umfrageinstitut Infratest dimap.
Nach einer vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Auftrag gegebenen und am Mittwochabend in der "Lokalzeit" veröffentlichten Umfrage sieht das Institut SPD-Mann Nimptsch mit 38 Prozent knapp vorne, Christian Dürig (CDU) bekäme 35 Prozent.
Die Kandidaten der kleineren Parteien, von denen Peter Finger (Grüne) als Drittplatzierter bei 12 Prozent gesehen wird, spielen beim Wahlausgang keine Rolle.
1 000 Menschen aus Bonn, sowohl Deutsche als auch EU-Bürger, wurden per repräsentativer Zufallsauswahl bestimmt (Random-Stichprobe) und vom 3. bis 16. August in computergestützten Telefoninterviews befragt. Für die OB-Kandidaten ist das Ergebnis aber nicht mehr als ein Fingerzeig.
Denn immerhin 33 Prozent der befragten Wähler, davon mehr Frauen als Männer, antworteten auf die OB-"Sonntagsfrage": "Ich gehe nicht zur Wahl" - oder - "ich weiß noch nicht, wen ich wähle."
Bei der Wahl zum Stadtrat würde dem Umfrageergebnis zufolge die CDU nur noch auf 33 Prozent kommen und nach 38 Prozent im Jahr 2004 der größte Verlierer sein. Die SPD könne dagegen ihren Stimmenanteil mit 28 Prozent fast halten, ebenso wie die Grünen mit 17 Prozent. Wahlgewinner wären die FDP mit 12 Prozent und die Linke mit 4 Prozent der Stimmen.
Für die künftige Machtverteilung hieße dieses Ergebnis: Weder für Schwarz/Gelb noch für Rot-Grün reicht es mit 45 Prozent zu einer Mehrheit im Stadtrat, so dass dann alles für eine Fortsetzung der großen Koalition spräche.
Vor allem Details der OB-Wahl geben Hinweise: Frauen würden eher Nimptsch wählen, Männer eher Dürig. Nimptsch hat seine "Fans" vor allem bei 16-24-Jährigen (47 %), Dürig kommt bei der Ü-60-Generation am besten an (52 %). 38 Prozent der Grünen-Wähler könnten sich vorstellen, Nimptsch zu wählen (nur 1 % Dürig). 29 Prozent der FDP-Wähler würden Dürig wählen, aber 12 Prozent der Liberalen Nimptsch.