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Planetenkunde mit der Maus

Das Sternenfest auf dem Münsterplatz bot den Besuchern einen Mix aus Wissenschaft und Unterhaltung

Von Christoph Meurer

Für die kleinen Besucher des Sternenfestes war die Maus der Star des Tages. Gemeinsam mit Susan Fararuni erklärte sie den Kindern, welche Planeten es in unserem Sonnensystem gibt.Bonn. "Das Wetter erinnert uns daran, dass wir auf einem bewohnbaren Planeten leben", befand "Springmaus"-Pianist und Hobby-Astronom Paul Hombach. Gleichwohl hätten es die Sterne am vergangenen Samstag mit dem Sternenfest, das Hombach moderierte, doch ein wenig besser meinen können. Die Menschen aber, die dem zwischenzeitlich einsetzenden Regen und Gewitter trotzten, erlebten den gesamten Tag über auf Münsterplatz ein buntes Programm zum Thema Astronomie.

Viel zu entdecken und viel zu erfahren gab es im Sternenzelt, das seit Donnerstag auf dem Münsterplatz stand. Wissenschaft trifft Comedy: (von links) Paul Hombach, Ranga Yogeshwar und Bernhard Hoëcker. Will seine Erfahrungen weitergeben: Reinhold Ewald

Geboten wurde ein Mix aus Unterhaltung und Wissensvermittlung. Für ersteres sorgten das Improvisationstheater der Springmaus sowie Comedian Bernhard Hoëcker. Musik kam unter anderem von den "Metropol-Solisten" und der Pink-Floyd-Coverband "Us & Them".

Zu den Stars des Tages gehörte ganz klar der Wissenschafts-Moderator Ranga Yogeshwar. Im Gespräch mit Paul Hombach berichtete er von seiner Begeisterung für die Astronomie, die er "mein anderes Fernsehen" nannte. Faszinierend daran sei für ihn unter anderem die Tatsache, "dass auch Amateure hier immer noch sehr viel entdecken können". Und: "Es ist niemals nur Wissenschaft, man kann auch ein bisschen träumen." Nach seinem Auftritt musste Yogeshwar dann, umringt von Fans, noch fleißig Autogramme schreiben.

Die kleinen Besucher des Festes hatten an diesem Tag hingegen ihren ganz eigenen Helden. Und der war groß, plüschig und orange. Mit Musik und Tanz sorgte die Maus aus der "Sendung mit Maus" dafür, dass es den Kindern nicht langweilig wurde. Dazu gab es mit Unterstützung von Entertainerin Susan Fararuni noch eine kleine Lektion in Planetenkunde.

Weitere Gäste des Festes waren der Astronaut Reinhold Ewald sowie der Dortmunder Professor für Experimentelle Physik, Metin Tolan; dieser ist durch seine Vorträge zur Physik des Fußballs, bei James Bond oder Star Trek einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Die Sciene-Fiction-Serie war dann auch Thema seines Auftrittes beim Sternenfest. Für eine Fernsehserie sei Star Trek, so Tolan, "recht intelligent".

Zum Beispiel sei der sogenannte "Warp-Antrieb", mit dem sich die Raumschiffe in der Serie scheinbar unendlich schnell durch den Weltraum fortbewegen können, "von der Physik her rein theoretisch möglich". Nur bräuchte man dafür eine Energiemenge, die zwanzigmal der Energie unserer Sonne entspräche, fügte Tolan hinzu.

Das Sternenfest war zugleich Abschluss der astronomischen Aktionen im großen Sternenzelt, das die Universität Bonn gemeinsam mit der Stadt und dem Deutschen Museum Bonn anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie von Donnerstag an auf dem Münsterplatz aufgeschlagen hatten. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 17 000 Menschen das Zelt und ließen sich von den Wissenschaftlern verschiedener Uni-Institute und anderer Forschungseinrichtungen die Welt der Astronomie erklären.

Die Besucherzahl übertreffe wirklich die Erwartungen, freute sich Andrea Niehaus, Direktorin des Deutschen Museums Bonn, stellvertretend für die Veranstalter. "Wir hatten sehr viele interessierte Besucher, die gute Fragen gestellt haben und Lust hatten, zu verstehen, was die Wissenschaftler vorbereitet hatten", sagte Niehaus.

Kurz gefragt 1997 war Reinhold Ewald als Astronaut der europäischen Weltraumagentur ESA für rund 20 Tage auf der russischen Raumstation Mir. Auf dem Sternenfest berichtete der in Mönchengladbach geborene Physiker dem Publikum von seinen Erfahrungen. Mit dem 52-Jährigen sprach Christoph Meurer.
  • Können Sie das Gefühl beschreiben, wie es ist, aus dem Weltall auf die Erde hinunter zu blicken?
  • Reinhold Ewald: Wir (auf einer Raumstation - Anm. d. Red.) sehen sehr schöne Ausschnitte, besonders da, wo beispielsweise Wüsten auf Wasser treffen. Schön ist es auch, wenn man die Atmosphäre sieht und erkennt, wie dünn dieses Band eigentlich ist.
  • Werden Sie noch einmal ins All fliegen?
  • Ewald: Wir Europäer haben alle zwei Jahre das Recht, für jeweils ein halbes Jahr einen Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Wie gut meine Chancen sind, ist schwer zu sagen.
  • Wie wird man eigentlich Astronaut?
  • Ewald: In Europa gibt es dazu nur wenige Gelegenheiten. Im Prinzip muss man zur richtigen Zeit geboren worden sein und ebenso zur richtigen Zeit sein Studium beendet haben. Neben einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung gehört auch die unbändige Lust, sich in vielen Wissensgebieten, unter anderem Medizin, fortbilden zu wollen, dazu. Weiter braucht man operationelle Fertigkeiten wie Flug- und Taucherfahrung. Für die Arbeit auf einer Raumstation ist auch Gruppenaffinität sehr wichtig.
  • Was macht ein Astronaut, wenn er nicht im Weltraum unterwegs ist?
  • Ewald: Ich bin bemüht, meine Erfahrungen weiterzugeben, unter anderem durch Kurse an der Universität. Außerdem habe ich von der Erde aus eine Weltraummission betreut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was ein Astronaut da oben braucht.
Artikel vom 29.06.2009
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