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Von Isabel Klotz
Kessenich. Viel Verhandlungsgeschick war wohl nötig gewesen, doch nun kann Herbert Raab beim Thema Lidl in Kessenich einen Erfolg vermelden: Der Bauantrag für den Discount-Markt sei derzeit in Bearbeitung, in den nächsten zwei Wochen werde der Stadt das Dokument zugehen, sagt der von der Supermarktkette beauftragte Architekt.
Ende der Baulücke: Läuft alles nach Plan, dann könnten die Bauarbeiten für das Lidl-Gebäude an der Hausdorffstraße noch vor dem Herbst dieses Jahres beginnen. Foto: Barbara Frommann
"Ich habe lange gekämpft, bis ich Politik, Verwaltung und auch Lidl zusammenbekommen habe", sagt Raab. Doch nun ist der Architekt optimistisch: "Es würde mich sehr wundern, wenn der Bauantrag nicht genehmigt wird", sagt er.
Schon öfter hatten bei der Lidl-Ansiedlung auf dem ehemaligen Gelände von Fliesen Dederichs an der Hausdorffstraße die Lichter auf Grün gestanden. Doch nun soll es tatsächlich weiter gehen.
Denn die Suche nach einem Investor hat sich erledigt, Lidl selbst wird das mehrgeschossige Gebäude - die Verwaltung hatte dies von Anfang an zur Bedingung für den Bau gemacht - errichten. "Es wird ein eigengenutztes Gebäude, in dem Büroräume und ein Lidl-Schulungszentrum untergebracht werden", erklärt Raab die "kleine Lösung" und bezeichnet sie als den "kleinsten gemeinsamen Nenner".
Der Grund dafür, dass sich das Thema Lidl schon seit Jahen hinzieht, war der bislang fehlende Investor. Denn auf dem Gelände sollte nicht nur ein einfacher Lebensmittelmarkt entstehen, sondern eine attraktive viergeschossige Bebauung mit einer Mischnutzung. Auch Wohneinheiten und eine Tiefgarage waren im Gespräch.
Die Ideen zur Nutzung reichten von betreutem Wohnen bis zu einem Langzeit-Hotel. Das Thema Tiefgarage sei nun vom Tisch, sagt Raab. In dem geplanten dreigeschossigen Gebäude wird im Erdgeschoss der 12 000 Quadratmeter große Markt untergebracht. Auf dem Außengelände werden 120 Parkplätze eingerichtet.
Raab rechnet mit einer drei- bis viermonatigen Bearbeitung des Bauantrags. "Im Mai oder Juni könnte es dann losgehen", sagt er. Rund 12 000 Artikel wird der Discounter im Angebot haben. Genau so viel, wie kleinere Märkte, betont Raab.
"Die Gänge sind nur breiter und die Regale niedriger, außerdem werden die Filialen auch nur ein Mal am Tag mit Waren bestückt", sagt er, um Befürchtungen, der Lieferverkehr würde den Stadtteil belasten, zu zerstreuen.
Froh über die Einigung ist auch Werner Esser, Kessenicher Stadtverordneter und planungspolitischer Sprecher der SPD: "Wir brauchen einen Nahversorger, ich denke, der Kompromiss ist eine gute Lösung für Kessenich."
Sehr oft sei er von Bürgern darauf angesprochen worden, wann sich endlich etwas tue. Auch Arno Hospes, planungspolitischer Sprecher der CDU, ist zufrieden: "Die Verhandlungen haben sich gelohnt. Das Projekt könnte stadtweit zum Vorzeigeobjekt werden", sagt er.
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