zum Inhalt
zur Funktionsnavigation
zur Hauptnavigation
Informationen zum GA-Design
Bedienhilfen
>> Bonn
Von Frank Vallender
Bonn. Das Telefon in dem Bonner Geschäft klingelt immer wieder: Die Kunden sind auf der Suche nach ein paar Gramm "Spice", der neuen Modedroge. Doch der Verkäufer eines Bonner "Headshops", der alles rund ums Rauchen anbietet, kann immer wieder nur sagen: "Zurzeit kommen die Großhändler mit der Lieferung von Spice nicht nach." Der Markt sei leer gefegt, "das Zeug geht weg wie geschnitten Brot".
"Spice - die berauschende Kräutermischung", wie sie im Internet angepriesen wird, findet auch in Bonn seit einigen Wochen reißenden Absatz, meint der Verkäufer - "seit darüber im Fernsehen berichtet wurde". Auf dem Markt sei die asiatische Gewürzmischung - daher "Spice" für englisch "Gewürz" - seit rund einem Jahr.
Die, die es schon ausprobiert haben, vergleichen die Wirkung von "Spice" mit Marihuana. "Bei der Inhalation können Rauschzustände erzielt werden, die denen von Cannabis ähneln, auch wenn die Mischung selber kein THC, den Marihuana-Wirkstoff, enthält", ist auf einer einschlägigen Seite im Internet zu lesen. Und deshalb ist Spice frei verkäuflich, fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.
Bonner Suchtexperten haben zwar bisher noch keine Anfragen besorgter Eltern, "doch wir bekommen mit, dass Jugendliche Spice wie wild ausprobieren", sagte Marion Ammelung von der Fachstelle für Suchtprävention von Diakonie und Caritas. Rauche man dieses Rauschmittel, "ist man ganz schnell weggedröhnt. Man kann sich danach nur noch schwer konzentrieren", so Ammelung.
Kritisch wird's dann, wenn sich beim Konsum ein Gefühl der Sorglosigkeit einstellt, weil die Gefahr der psychischen Abhängigkeit wächst, wissen Experten. Marion Ammelung sagt, dass Spice vor allem von experimentierfreudigen Jugendlichen und von Gewohnheits-Rauschmittel-Nutzer ausprobiert werde.
Ob sich Spice tatsächlich als Droge etabliert, könne man noch nicht sagen: "Es sind immer Wellen, in denen gewisse Drogen ausprobiert werden", so Ammelung. Auch sei es nicht neu, sich mit Gewürzen zu berauschen.
Als Beispiel für ein wieder veraltetes Mode-Rauschmittel nannte die Suchtexpertin die Alko-Pops, die nach ihrer durch Steuern künstlichen Verteuerung rasant an Nachfrage einbüßten.